Rehasport am Gerät – so funktioniert’s 2022

Rehasport am Gerät Blogbeitrag TeamRehasport

Ist Rehasport am Gerät erlaubt?

Diese Frage wird nicht selten gestellt. Um kurz darauf zu antworten, nein!​

Rehasport am Gerät ist nicht erlaubt. Weshalb das so
ist und welche Alternativen es dafür gibt, werden wir Ihnen mit diesem Beitrag gerne erklären. Dabei ist wichtig zu verstehen, was mit dem Begriff „Gerät“ genau
gemeint ist.

Definition von "Gerät"

Unter dem Begriff „Gerät“ werden zwei starre Elemente, die über mindestens eine mechanische Verbindung miteinander verbunden sind, verstanden. Geräte dieser Art dürfen im Rehasport nicht genutzt werden. In diese Kategorie fallen beispielsweise Maschinen mit Seilzugtechnik, Arm- oder Beinpressen oder Ausdauergeräte wie der Crosstrainer oder das Laufband, die man aus dem Fitness Studio kennt.

Ziel des Rehasports

 

Beim Rehasport handelt es sich um ein Training in der Gruppe. Ziel
des Rehasports ist es, Menschen dauerhaft in Bewegung zu bringen. Demnach
sollen die Rehasportler*innen dazu hingeführt werden, dass Sie nach dem vom
Arzt verordneten Rehasport, weiterhin selbstständig in der Lage sind, durch
Bewegung Ihre Gesundheit positiv zu beeinflussen. Um hier eine höhere
Erfolgsquote zu erreichen, muss für jede Person auch die Möglichkeit bestehen,
das Training anschließend  selbst weiterzuführen. Es soll ein Bewusstsein für gute Bewegung geschaffen werden. Rehasport am Gerät würde diesem Grundsatz somit komplett widersprechen, da durch die geführte Bewegung das „Mitdenken“ und Adaptieren wegfällt.

Rahmenvereinbarung

Das Rehasport am Gerät nicht erlaubt ist, wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) in der aktuellen Rahmenvereinbarung vom 01. Januar 2022 festgehalten.

Kleingeräte - die perfekte Alternative

Auch ohne die Benutzung von Geräten im Rehasport, kann dieser
abwechslungsreich gestaltet werden. Alle Varianten von Kleingeräten sind beim
Rehasport zugelassen und bieten eine große Auswahl an Möglichkeiten, die Rehasport-Gruppen vielfältig und interessant zu arrangieren. Zu den Kleingeräten zählen Pilates-Bälle, Thera-Bänder, Kurzhanteln oder Faszien-Rollen, um die bekanntesten Standartgeräte zu nennen. Hier kann der Fantasie und Kreativität freien Lauf gelassen werden. Neben der Verwendung von Kleingeräten kann man auch das Kurskonzept optimieren. Bauen Sie eine Yoga-/oder Pilatesstunde ein, übernehmen Sie Elemente aus dem Crossfit oder machen die Musik an und greifen zurück auf Step Aerobic und Zumba.

Ideen in einer Bildergalerie

Austausch innerhalb unseres Netzwerks

Bei unseren Netzwerktreffen und Webinaren werden häufig Ideen über die kreativsten Übungen und Hilfsmitteln, die von den typischen Kleingeräten abweichen, ausgetauscht. 

Ein Partner unseres Rehasport-Netzwerkes hat uns von seinem erfolgreichen Training mit Luftballons berichtet. Hier war nicht nur die Bewegung ein großer Bestandteil des Kurses, sondern auch der Spaß, als positiver Nebeneffekt. Der Altersgruppe entsprechend angepasst, haben wir schon von Rehasport an der Slackline bis zum Rehasport mit alten Zeitungen berichtet bekommen.

Im Mai 2021 fand explizit zu einem Kleingerät ein hybrides Netzwerktreffen statt. Dies bedeutete die Teilnahme war sowohl vor Ort als auch online von Zuhause aus möglich. Es
wurden Übungen mit einem Stress- oder Knautschball vorgeführt, welche die Teilnehmenden direkt selbst ausprobierten. Dieses Trainingsprinzip lässt sich auf alle Rehasport-Zielgruppen anwenden, da mit unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden geraebietet werden kann. Hier können Sie gerne den Artikel zur Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Heidrun Link lesen und sich inspirieren lassen.

Kreativität ist gefragt

Das Thema Rehasport am Gerät sollte differenziert betrachtet werden. Ein Teil, wie oben in der Definition beschrieben, ist verboten. Trotzdem gibt es viele (Klein-) Geräte als Alternative, um diese in den Rehasport-Kurs zu integrieren. Man sollte seiner Kreativität keine Grenzen setzen.

Sie haben weitere Ideen für neue, attraktive und vielleicht noch nicht so bekannte Kleingeräte, dann freuen wir uns auf eine Nachricht an marketing@team-rehasport.de

Rehasport am Gerät oder Training im Studio – der Unterschied

Bei der Suche nach Bewegungsangeboten tauchen häufig Kombinationen wie „Magdeburg Gerätetraining“ auf. Solche Suchbegriffe führen zu Studios, nicht zu einem verordneten Kurs. Ein Gerätetraining ist ein individuelles Training an Maschinen, meist im Fitnessstudio, ohne ärztliche Anbindung und ohne festen Gruppenrahmen. Rehabilitationssport funktioniert anders: Er findet in der Gruppe statt, wird von einer qualifizierten Übungsleitung angeleitet und beruht auf einer ärztlichen Verordnung. Auch Einrichtungen mit modernen Geräten dürfen am Gerät Rehasport nicht durchführen – die Ausstattung ändert nichts an dieser Regel.

Vom Arztbesuch zum Kursplatz

Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Rehasport verschrieben, erhalten Sie dafür das Formular 56. Diese Rehasport Verordnung – umgangssprachlich auch Rehasport Rezept genannt – hält Diagnose, Zielsetzung und die Zahl der bewilligten Übungseinheiten fest. Kurz gesagt: Rehasport ist zeitlich befristete Sozialleistung auf Verordnung und kein dauerhaftes Abo. Genau deshalb steht am Ende der bewilligten Einheiten kein Abschluss, sondern ein Stück Eigenverantwortung – Sie sollen das Gelernte anschließend selbstständig weiterführen.

Nicht zu verwechseln: Physiotherapie

Verwechselt wird der Rehabilitationssport außerdem gern mit der Krankengymnastik. Beides sind ärztlich verordnete Leistungen, die Ziele unterscheiden sich jedoch deutlich: In der Physiotherapie arbeitet eine Fachkraft in der Praxis meist einzeln mit Ihnen an einem konkreten Befund. Im Kurs geht es dagegen um langfristige Bewegungskompetenz in der Gemeinschaft. Wer beide Angebote parallel nutzt, sollte die Termine so legen, dass genügend Erholung dazwischen bleibt – so bleiben Sie belastbar und vital, ohne sich zu überfordern.

Was Betreiber beachten sollten

Für jeden Rehasport Anbieter gilt: Die Kursstunde muss ohne die verbotenen Maschinen auskommen, unabhängig davon, wie gut die Einrichtung ausgestattet ist. Wer ergänzend ein Studio betreibt, sollte beide Bereiche klar trennen – räumlich, zeitlich und in der Außendarstellung. Deshalb nehmen viele Betreiber aus dem Bereich Fitness Rehasport bewusst als eigenständige Säule in ihr Programm auf. Weitere Informationen zu Anerkennung, Abrechnung und Qualitätssicherung erhalten Sie über unser Netzwerk.

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