Wertvolle Begegnungen mit der Rehasport-Community
Mit der therapie MÜNCHEN 2026 und dem 2. Deutschen Rehasport-Kongress bot die Veranstaltung eine wichtige Plattform für Austausch, Wissenstransfer und neue Impulse im Gesundheitsmarkt. TeamRehasport war an beiden Veranstaltungstagen vor Ort vertreten – mit eigenen Kongress-Vorträgen und dem Meetingpoint in Halle 2.
Neben den Fachvorträgen war vor allem der persönliche Austausch ein großer Gewinn der Veranstaltung. Das TeamRehasport nutzte die Messe für Gespräche mit ÜbungsleiterInnen, Kooperations-Einrichtungen, Referierenden und wichtigen Akteuren der Branche.
Besonders erfreulich waren Begegnungen mit langjährigen Wegbegleitern sowie der Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern von Verbänden, Bildungseinrichtungen und innovativen Gesundheitsunternehmen. Dabei standen Themen wie Aus- und Fortbildung, Zertifizierung, Marketing und die zukünftige Entwicklung des Rehasports im Fokus.
Ein zentraler Treffpunkt war unser Meeting-Point in Halle 2 am Stand A19. Mehrmals täglich nutzten Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, unkompliziert mit unserem Team ins Gespräch zu kommen. Dabei ging es um ganz unterschiedliche Themen: von der Gründung neuer Rehasport-Gruppen über Fragen zur Digitalisierung und Teilnehmerverwaltung bis hin zu Ideen für die Weiterentwicklung bestehender Angebote.
Besonders spannend waren die vielen Praxisbeispiele aus dem Alltag der Einrichtungen. Einige berichteten von erfolgreichen Kooperationen mit Ärzten und Gesundheitspartnern, andere suchten nach neuen Wegen, um zusätzliche Zielgruppen für den Rehasport zu gewinnen oder ihre Angebote noch attraktiver zu gestalten. Dabei zeigte sich immer wieder, dass viele Akteure vor ähnlichen Aufgaben stehen – und gleichzeitig voneinander lernen können.
Rehasport weiterhin mit großem Entwicklungspotenzial
Während Physiotherapie auf der Messe sehr präsent war, spielte Rehasport insgesamt nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Gleichzeitig wurde deutlich, dass gerade hier enormes Entwicklungspotenzial besteht.
Die Branchenexperten sind sich einig: Der Großteil der Rehasport-Gruppen wird für Menschen mit orthopädischen Beschwerden angeboten während die vielen anderen Einsatzbereiche des Rehasports im Gesundheitsmarkt weitgehend unbekannt sind.
In den Bereichen Neurologie, Innere Medizin und Psychiatrie wurde wiederholt auf bestehende Versorgungslücken hingewiesen. Gespräche mit Fachbesuchern machten deutlich, dass viele Patientinnen und Patienten noch immer nicht ausreichend durch Rehasport-Angebote erreicht werden.
Der demografische Wandel und die zunehmende Zahl chronischer Erkrankungen werden diesen Bedarf künftig weiter verstärken.
Der Vortrag „Spezialisierung als Chance: Rehasport für Neurologie & Co“ von Elina Wilhelm und Helen Walljasper auf dem Rehasport-Kongress zeigte konkret Chancen auf, wie Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsstudios in diesen Bereichen ihr Angebot erweitern und neue Zielgruppen erschließen können.
KI und Automatisierung: Klare Prozesse als Grundlage für echten Mehrwert
Wie bereits auf anderen Branchenveranstaltungen gehörten Künstliche Intelligenz und digitale Lösungen auch in München zu den meistdiskutierten Themen. Ein zentraler Gedanke aus mehreren Vorträgen lautete dabei: Der eigentliche Mehrwert entsteht nicht durch die Technologie selbst, sondern durch ihre sinnvolle Integration in bestehende Prozesse.
So wurde mehrfach betont, dass KI nur dann einen echten Nutzen bringt, wenn sie unmittelbar Arbeitsabläufe vereinfacht, Mitarbeitende entlastet und konkrete Probleme löst. Der Trend geht dabei klar in Richtung effizienterer Prozesse, Automatisierung und intelligenter Unterstützung im Praxis- und Verwaltungsalltag.
Gerade für den Rehasport eröffnen sich hier spannende Perspektiven. Digitalisierung kann Verwaltungsaufwand erheblich reduzieren und papierbasierte Prozesse weitgehend ablösen. Von der Teilnehmerverwaltung über die Dokumentation bis hin zur Abrechnung entsteht ein durchgängiger digitaler Prozess, der vor allem eines schafft: mehr Zeit für Menschen statt für Verwaltung. Je größer ein ein Rehasport-Anbieter ist, desto stärker wird dieser Hebel spürbar.
In den Vorträgen auf dem 2. Deutschen Rehasport-Kongress zum Thema KI wurde außerdem deutlich, dass moderne Softwarelösungen künftig weit mehr leisten können als reine Verwaltung. Werden Abrechnungs- und Verwaltungsprogramme mit KI-gestützten Analysen kombiniert, lassen sich beispielsweise Abbruchrisiken von Teilnehmenden frühzeitig erkennen. Auch aussagekräftige Reportings und Kennzahlen gewinnen an Bedeutung. Gerade im Rehasport ist die Auslastung einzelner Gruppen einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Digitale Systeme ermöglichen hier ein datenbasiertes Controlling und schaffen Transparenz über Entwicklungen, die bislang häufig nur auf Erfahrungswerten oder Bauchgefühl basierten.
Darüber hinaus bieten digitale Lösungen neue Möglichkeiten zur Teilnehmerbindung. Automatisierte Erinnerungen, gezielte Reaktivierungsmaßnahmen oder passende Anschlussangebote können dazu beitragen, Menschen langfristig im Bewegungssystem zu halten und Versorgungsketten besser zu gestalten.
Gleichzeitig wurde auch deutlich, dass KI nur so gut ist wie die Daten und Prozesse, auf denen sie aufbaut. Die gute Nachricht: Viele der notwendigen Grundlagen entstehen bereits heute durch die fortschreitende Digitalisierung von Verwaltung, Dokumentation und Abrechnung. Wer diesen Weg konsequent weitergeht, schafft die Voraussetzungen, um künftig von intelligenteren Auswertungen, besseren Prognosen und effizienteren Abläufen zu profitieren. Die Digitalisierung wurde deshalb weniger als technische Herausforderung denn als strategische Chance für die Weiterentwicklung des Rehasports betrachtet.
Rehasport in Pflegeeinrichtungen: Bewegung als Schlüssel zu mehr Lebensqualität
Ein weiterer spannender Vortrag auf dem Rehasport-Kongress beschäftigte sich mit Rehasport in Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Referentin Helen Walljasper zeigte auf, wie Rehasport als attraktives Zusatzangebot die Lebensqualität von Bewohnerinnen und Bewohnern nachhaltig verbessern kann. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Förderung von Mobilität und körperlicher Aktivität, sondern auch die Stärkung sozialer Kontakte und die Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben.
Besonders eindrucksvoll war die Erkenntnis, dass Pflegeheimbewohner einen Großteil ihrer wachen Zeit sitzend verbringen. Rehasport wurde dabei als wirksames Instrument vorgestellt, um Bewegungsarmut entgegenzuwirken, Mobilität zu erhalten und die Selbstständigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner möglichst lange zu fördern.
Darüber hinaus wurde deutlich, dass erfolgreiche Rehasport-Angebote von einer guten Vernetzung aller Beteiligten profitieren. Die Referentin gab praxisnahe Einblicke in mögliche Kooperationsmodelle sowie in die Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen und Ärzten. Ebenso wurden die wichtigsten Schritte vorgestellt, die für einen unkomplizierten und erfolgreichen Start eines Rehasport-Angebots notwendig sind.


Für viele Einrichtungen eröffnet dieses Handlungsfeld neue Möglichkeiten, gesellschaftliche Verantwortung mit einem wichtigen Versorgungsauftrag zu verbinden. Gleichzeitig entsteht eine echte Win-win-Situation: Bewohner profitieren von mehr Bewegung und sozialer Teilhabe, während Einrichtungen ihr Angebot sinnvoll erweitern und Rehasport-Anbieter neue Kooperationsmöglichkeiten erschließen können.
Wirtschaftlichkeit wird für viele Einrichtungen wichtiger
Ein weiteres Schwerpunktthema der Messe waren betriebswirtschaftliche Fragestellungen. Unternehmensberatung, Wirtschaftlichkeit, Personalauslastung, Fachkräftemangel und Fehlzeitenmanagement gewinnen in vielen Einrichtungen zunehmend an Bedeutung.
Die Gesundheitsbranche befindet sich in einem dynamischen Wandel. Viele Anbieter beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie wirtschaftliche Stabilität und hochwertige Versorgung langfristig miteinander vereinbart werden können.
Diese Entwicklung betrifft auch den Rehasport. Zwar steht hier der gesundheitliche Nutzen für die Teilnehmenden im Mittelpunkt, gleichzeitig zeigt die Praxis jedoch, dass ein Rehasport-Angebot nur dann dauerhaft bestehen kann, wenn es organisatorisch und wirtschaftlich tragfähig aufgestellt ist. Werden Gruppen dauerhaft nicht ausreichend ausgelastet oder entstehen über längere Zeit Verluste, besteht die Gefahr, dass Angebote trotz hoher Nachfrage wieder eingestellt werden müssen.
Wie wichtig dieser Zusammenhang ist, wurde auch in dem Kongress-Vortrag „Erfolgsfaktoren für Rehasport – Strategien für ein nachhaltiges Angebot“ von Elina Wilhelm deutlich. Dort wurde aufgezeigt, dass nachhaltiger Rehasport weit mehr erfordert als die reine Durchführung von Kursen. Entscheidend sind eine klare strategische Ausrichtung, effiziente Prozesse sowie ein kontinuierlicher Blick auf wichtige Kennzahlen wie Gruppenauslastung und Teilnehmerentwicklung. Ziel ist es, Rehasport nicht nur fachlich hochwertig, sondern auch langfristig erfolgreich und zukunftssicher zu gestalten.
Besonders interessant war dabei die Botschaft, dass sich Qualität und Wirtschaftlichkeit nicht gegenseitig ausschließen müssen. Im Gegenteil: Eine professionelle Organisation schafft die Voraussetzungen dafür, dass Einrichtungen dauerhaft in Personal, Fortbildung und die Weiterentwicklung ihrer Angebote investieren können. Damit wird Wirtschaftlichkeit nicht zum Selbstzweck, sondern zu einem wichtigen Baustein für eine verlässliche und nachhaltige Rehasport-Versorgung.
Diskussionen über die Zukunft des Rehasports
Die Podiumsdiskussion „Rehasport in Bayern – Impulse für eine starke bundesweite Rehasport-Struktur“ war besetzt mit einem Vertreter des Bayrischen Versehrtensportverband, einer Vertreterin eines großen Sportvereins mit vielen Rehasport-Gruppen u. a. auch Herzsportgruppen sowie als Branchenexperten Holger Lerch von Brainsport. Diskutiert wurden unter anderem die Finanzierung von Rehasport-Angeboten sowie die Auswirkungen von kurzfristigen Teilnehmerausfällen.
Dabei wurden verschiedene Ideen vorgestellt, beispielsweise Möglichkeiten zur besseren Absicherung von Ausfallkosten oder alternative Finanzierungsmodelle. Auch die teilweise hohen Ausbildungskosten für Übungsleiterinnen und Übungsleiter wurden thematisiert.
Die Diskussion machte deutlich, dass viele Akteure ähnliche Herausforderungen beschäftigen und der Bedarf an gemeinsamen Lösungen groß ist.
Gleichzeitig wurde erkennbar, dass wichtige Perspektiven des Rehasport-Marktes nur eingeschränkt vertreten waren. So fehlten Stimmen aus physiotherapeutischen Einrichtungen sowie aus medizinischen Trainings- und Gesundheitszentren, obwohl diese einen wesentlichen Teil der Rehasport-Landschaft in Deutschland ausmachen. Deren Erfahrungen aus dem täglichen Betrieb hätten zusätzliche Blickwinkel auf Themen wie Wirtschaftlichkeit, Digitalisierung, Fachkräftemangel und die praktische Umsetzung von Rehasport-Angeboten einbringen können.
Dadurch hatte die Veranstaltung streckenweise eher den Charakter einer fachlichen Informations- und Bestandsaufnahme als einer kontroversen Diskussion mit unterschiedlichen Positionen und Lösungsansätzen. Eine breitere Besetzung des Podiums hätte die Möglichkeit geboten, die Interessen und Herausforderungen der verschiedenen Anbietergruppen noch differenzierter abzubilden und die Diskussion um weitere Perspektiven zu bereichern.
Gerade mit Blick auf das Motto „Impulse für eine starke bundesweite Rehasport-Struktur“ wäre zudem die Einbindung einer bundesweit tätigen Rehasport-Organisation oder eines überregionalen Vertreters des Rehasports eine wertvolle Ergänzung gewesen. Dadurch hätten regionale Erfahrungen mit bundesweiten Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätzen noch stärker verknüpft werden können.
Fazit: Rehasport steht vor seiner nächsten Entwicklungsstufe
Die therapie MÜNCHEN 2026 und der 2. Deutsche Rehasport-Kongress haben deutlich gemacht: Rehasport verfügt über enormes Entwicklungspotenzial. Während Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und wirtschaftliche Stabilität zunehmend an Bedeutung gewinnen, rücken gleichzeitig neue Versorgungsbereiche in den Fokus. Insbesondere in der Neurologie, Inneren Medizin, Psychiatrie und in Senioreneinrichtungen bestehen große Chancen, mehr Menschen durch gezielte Rehasport-Angebote zu erreichen.
Gleichzeitig wurde sichtbar, dass die Zukunft des Rehasports nicht allein von fachlicher Qualität abhängt. Erfolgreiche Angebote benötigen starke Netzwerke, effiziente Strukturen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Wer Spezialisierung, Digitalisierung und wirtschaftliche Tragfähigkeit zusammen denkt, schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und eine bessere Versorgung von Patientinnen und Patienten.
Für TeamRehasport war die Veranstaltung deshalb weit mehr als ein Messebesuch. Die zahlreichen Gespräche, Vorträge und Begegnungen haben gezeigt, dass die Branche vor wichtigen Veränderungen steht – und dass viele Akteure bereit sind, diese aktiv mitzugestalten. Wir nehmen zahlreiche Ideen, neue Kontakte und wertvolle Impulse mit und freuen uns darauf, die Zukunft des Rehasports gemeinsam mit unseren Partnern weiterzuentwickeln.


















