Rehasport Ausbildung zum Übungsleiter – so gelingt der Einstieg
Lizenz- und Ausbildungssystem
Die Ausstellung der Rehasport-Lizenzen obliegt den Landesverbänden des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) e.V. sowie dem Bundesverband Rehabilitationssport RehaSport Deutschland e.V.
Es können Lizenzen in sechs verschiedenen Profilen erlangt werden:
- Orthopädie
- Innere Medizin
- Sensorik
- Neurologie
- Geistige Behinderung
- Psychiatrie
Das Ausbildungssystem ist in Module untergliedert.
Die Grundlage bildet der Block 10, der 90 LE (eine Lerneinheit entspricht 45 Minuten) umfasst. Dieser Lehrgang umfasst die Grundlagen des Sports wie z. B. Anatomie, Physiologie, Trainingslehre, Sportdidaktik und -psychologie, Methodik, Gesprächsführung und funktionelle Gymnastik.
Anschließend muss ein Profilblock (z. B. der orthopädische oder der neurologische) mit jeweils 90 LE à 45 Minuten absolviert werden. Eine Ausnahme stellt der Profilblock Innere Medizin dar mit einem Lernumfang von 120 LE.
Einige LE des Lehrgangs werden dabei durch Heimstudium, Hospitationen und/oder Lernkontrollen abgedeckt.
Anerkennung von Vorqualifikationen
Mit bestimmten Vorqualifikationen (z. B. PhysiotherapeutInnen, SportwissenschaftlerInnen oder Fitness-TrainerInnen mit B-Lizenz) ist teilweise ein verkürzter Ausbildungsweg möglich. Ebenso werden Sonderlehrgänge für bestimmte Personen- und Berufsgruppen, wie beispielsweise PhysiotherapeutInnen oder SportlehrerInnen angeboten.
Ob und welche Teilbereiche des Lehrgangs erlassen werden können, wird von den zuständigen Fachverbänden geprüft. An folgenden Stellen ist eine Prüfung Ihrer Qualifikationen möglich:
- Landesverbände (pro Bundesland) des DBS: Hier finden Sie die Ansprechpersonen
- Bundesverband RehaSport Deutschland V. (RSD):
- BVGSD – Bundesverband Gesundheitsstudios Deutschland e.V.
In der Grafik sehen Sie den Aufbau der Rehabilitationssportausbildung. Zudem sind beispielhafte Erkrankungen bzw. Diagnosen aufgelistet, für die der jeweilige Profilblock Anwendung findet.
Aus- und Fortbildungen für Rehasport-Übungsleiter*innen
Die Aus- und Fortbildungen werden von den Landesverbänden des DBS, dem Bundesverband RehaSport Deutschland e. V. (RSD) sowie dem Bundesverband Gesundheitsstudios Deutschland e.V. (BVGSD) angeboten. Die Lehrgänge finden deutschlandweit und teilweise auch online statt:
- Das umfassendste Lehrgangsangebot (Grundlagen und alle 6 Profile) bieten die Landesverbände des DBS. Eine Übersicht der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten erhält man über den bundesweiten Lehrgangsplan des DBS.
- RehaSport Deutschland e. V. bietet Ausbildungen im orthopädischen und im neurologischen Profil an. Die Lehrgänge richten sich an Personen mit Vorqualifikationen im Sport- und Gesundheitsbereich.
- Lehrgänge zur Ausbildung von Rehasport-Übungsleitungen im Profil Orthopädie bietet seit 2026 auch der BVGSD an. Sie richten sich an vorqualifizierte Personen: Eine Übersicht über die Lehrgänge finden Sie hier.
Bei Fragen zu den Lehrgängen, wenden Sie sich bitte an den jeweiligen Veranstalter.
Haben Sie Interesse an einer Kooperation mit unserem Verein und dem TeamRehasport? Wir freuen wir uns auf Ihren Anruf!
Beantragung einer Rehasport-Übungsleiterlizenz
Nach Abschluss der Ausbildung muss noch die Ausstellung der Übungsleiter-Lizenz beim zuständigen Fachverband beantragt werden. Bei den Unterlagen, die dazu vorgelegt werden müssen, gibt es je nach Fachverband Unterschiede.
Gültigkeit der Rehasport Lizenz bzw. des Ausweises:
Die DOSB B-Lizenz ist in der Regel 4 Jahre gültig (Innere Medizin: 2 Jahre). Um die Lizenz zu verlängern, ist der Nachweis von Fortbildungen im Umfang von 15 LE notwendig. Für den Bereich „Innere Medizin“ muss zudem eine Auffrischung des Erste-Hilfe-Nachweises vorhanden sein. Die Verlängerungsdauer der Lizenz beträgt dann erneut 4 Jahre (Innere Medizin: 2 Jahre). Bei einer Überschreitung der Gültigkeitsdauer um mehr als drei Jahre verliert die Lizenz ihre Gültigkeit. In Folge muss die gesamte Ausbildung wiederholt werden.
Der RSD-Ausweis Übungsleiter/in Rehabilitationssport ist in der Regel 4 Jahre gültig. Auch der Ausweis für das Profil Innere Medizin ist 4 Jahre gültig. Nur der Herzsport-Ausweis bildet eine Ausnahme mit einer Gültigkeit von 2 Jahren. Zur Verlängerung des Ausweises ist der Nachweis von Fortbildungen im Umfang von 15 LE notwendig. Zudem muss für alle Profile immer eine Auffrischung des Erste-Hilfe-Scheins vorgelegt werden. Die Verlängerungsdauer der Lizenz beträgt dann erneut 4 Jahre (Herzsport: 2 Jahre).
Fristen und Zeitplanung während der Ausbildung
Die Ausbildung von Übungsleiter:innen im Rehasport ist nicht nur inhaltlich, sondern auch zeitlich geregelt. In den Richtlinien der DBS-Landesverbände findet sich dazu eine Vorgabe, die bei der Planung leicht übersehen wird: Die Ausbildung zu einer Lizenzstufe muss innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein.
Mitgerechnet werden dabei auch jene Anteile, die außerhalb des Seminarraums stattfinden – etwa Heimstudium, Hospitationen und Lernerfolgskontrollen. Wer Grundlagen- und Profilblock mit größerem zeitlichem Abstand belegen möchte, sollte den Fristbeginn deshalb vorab beim zuständigen Verband klären.
Auch bei einer verkürzten Ausbildung lohnt sich diese Rückfrage: Die Einzelfallprüfung der Vorqualifikationen nimmt Bearbeitungszeit in Anspruch, bevor feststeht, welche Bausteine überhaupt noch zu absolvieren sind. Reichen Sie Ihre Nachweise daher möglichst früh ein.
Nachweise parallel zum Lehrgang sammeln
Wer eine Rehasport Lizenz beantragen möchte, benötigt neben der Teilnahmebestätigung weitere Unterlagen. Dazu zählt regelmäßig ein aktueller Erste-Hilfe-Nachweis, der zum Zeitpunkt der Lizenzierung nicht veraltet sein darf. Übungsleiter Voraussetzungen wie Mindestalter, Vereinszugehörigkeit oder Umfang und Aktualität des Erste-Hilfe-Kurses legen die Landes- und Fachverbände jeweils selbst fest. Ein Blick in die Ausbildungsrichtlinien der ausstellenden Stelle vor der Kursbuchung erspart daher spätere Nachforderungen.
Orientierung bei der Lehrgangssuche
Die Verbände benennen ihre Seiten sehr unterschiedlich. Wer nach „Ausbildung Rehasport“, „Übungsleiter Rehasport“ oder „Gesamtübersicht Ausbildung“ sucht, landet je nach Anbieter auf einer Terminliste, einer Richtlinienseite oder in einem Bereich „Downloads“, in dem Anmeldeformulare und Merkblätter hinterlegt sind. Bezeichnungen wie „Ausbildung Fachlehrgang“ oder „Rehasport Sonderlehrgänge“ verweisen dagegen meist auf Angebote für vorqualifizierte Berufsgruppen aus Sport und Therapie. Im Zweifel hilft ein Anruf beim Veranstalter schneller weiter als der Vergleich der Seitentitel.
Rehabilitationssport Ausbildung: Wichtige Fragen und Antworten
Für eine Ausbildung im Rehabilitationssport sind keinerlei Vorqualifikationen notwendig. Einzige Voraussetzung ist die Volljährigkeit. Auch Laien und Quereinsteiger ohne fachbezogene Vorqualifikation können sich ausbilden lassen.
Um Rehasport-Kurse anleiten und abrechnen zu können, benötigen Sie eine DOSB B-Lizenz „Sport in der Rehabilitation“ oder einen RSD-Ausweis „Übungsleiter/in Rehabilitationssport“. Diese erwerben Sie, indem Sie entsprechende Lehrgänge absolvieren. Erste Anlaufstellen hierfür sind die Behinderten- und Rehabilitationsverbände der einzelnen Bundesländer oder der Verband RehaSport Deutschland e.V. (RSD) mit Sitz in Berlin.
Der klassische Ausbildungsweg sieht einen Grundlagenblock B10 vor, nach dessen erfolgreichem Absolvieren der indikationsspezifische Block ansteht (Orthopädie (B30), Innere Medizin (B40), Neurologie (B60), Geistige Behinderung (B70), Sensorik (B50) sowie Psychiatrie (B80).
Eine Übersicht der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Landesverbände erhält man über die Webseite des Dachverbandes Deutscher Behindertensportverband (DBS), die dazu ein ePaper (DBS-Lehrgangsplan) erstellt haben. Die Lehrgänge von Rehasport Deutschland sind auf deren Webseite gelistet. Die Angebote finden deutschlandweit und inzwischen teilweise auch online statt.
Für folgende Bewegungsfachberufe gibt es Verkürzungen oder Sonderlehrgänge:
- Diplomsportwissenschaftler*innen
- Physiotherapeut*innen
- Sport- und Gymnastiklehrer*innen
- Fitnesstrainer*innen (ausgewählte Abschlüsse)
Die Entscheidung, ob eine Verkürzung der Ausbildungsdauer möglich ist, trifft der zuständige Fachverband. Dazu reichen Sie Ihre Unterlagen ein und der Verband macht eine Einzelfallprüfung und teilt Ihnen mit, welche Lehrgänge Sie absolvieren müssen.
Die Ausbildungsdauer ist abhängig von den Vorqualifikationen, die eine potentielle Übungsleiterin oder ein potentieller Übungsleiter mitbringt. Welche Qualifikationen für eine Verkürzung anerkannt werden und welcher Lehrgang absolviert werden muss, wird im Voraus von den entsprechenden Fachverbänden geprüft.
Die komplette Ausbildung (ohne Anerkennung von Vorqualifikationen) setzt sich zusammen aus einem Grundlagen-Block mit 90 LE à 45 Minuten und den sogenannten Profilblöcken (z. B. dem orthopädischen oder dem neurologischen, etc.). Erst nach Abschluss oder Anerkennung des Grundlagen-Lehrgangs können Sie den Profil-Lehrgang absolvieren. Je nachdem für welches Profil Sie sich entscheiden, variiert die Ausbildungsdauer:
- Die Profilblöcke Orthopädie, Neurologie, Sensorik, Geistige Behinderung und Psychiatrie umfassen jeweils 90 LE à 45 Minuten.
- Der Profilblock Innere Medizin umfasst einen Lernumfang von 120 LE à 45 Minuten.
Einige Lerneinheiten der Ausbildung werden dabei durch Heimstudium, Hospitationen und Lernkontrollen sowie aktuell Online-Lehrformen abgebildet. Dies variiert je nach Landesverband, bei dem Sie die Ausbildung absolvieren. Hier finden Sie eine Übersicht der Landesverbände nach Bundesland sortiert.
Die Preise variieren je nach Landesverband bzw. Fachverband. Mit bestimmten Vorqualifikationen können Sie zu einer verkürzten Ausbildungsdauer zugelassen werden, dementsprechend sind die Kosten dann niedriger. Außerdem gibt es für Mitgliedsvereine vergünstigte Tarife.
Der Stundensatz im Rehabilitationssport variiert sehr stark. Die Bezahlung ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie z.B. der Region oder der Nachfrage nach Übungsleiterinnen und Übungsleitern.
Ein weiterer Anhaltspunkt kann die Anzahl der Indikationsbereiche sein, also ob eine Trainerin oder ein Trainer nur einen Kurs mit orthopädischen Krankheitsbildern leiten darf oder auch noch weitere Lizenz-Schwerpunkte vorweisen kann.
Aus unseren Erfahrungen liegen die Stundensätze aktuell zwischen 12 bis 50 €.
Im Rehasport kann man sich auf 6 unterschiedliche Indikationsbereiche, sogenannte Profile spezialisieren. Die spezialisierten Aus- und Weiterbildungen sollen gewährleisten, dass die Trainerinnen und Trainer individuell und zielführend auf die Diagnosen und Beschwerden der Rehasport-Teilnehmenden eingehen können, wodurch der Rehasport ein qualitativ hochwertiges Angebot darstellt.
Die meisten Lizenzen sind für den orthopädischen Schwerpunkt ausgestellt, da hier die größte Nachfrage seitens der Patientinnen und Patienten besteht. Aus der Praxis zeigt sich allerdings, dass der Bedarf auch in den Bereichen Innere Medizin (Diabetes, Herzerkrankungen, Adipositas) und Neurologie (Schlaganfall, Parkinson, Demenz) sehr groß ist und Übungsleiterinnen und Übungsleiter in diesen Bereichen vielerorts gesucht werden.