Am 21.März 2026 trafen sich 20 Übungsleiterinnen und Übungsleiter in der Sportschule Hennef (NRW) zu unserem exklusiven TeamRehasport-Netzwerktreffen mit Fortbildung: „Einführung in das neurozentrierte Bewegungskonzept: Der bewegte Weg zur Achtsamkeit“ mit der Referentin Christiane Greiner-Maneke – Bewegungspädagogin, Gymnastiklehrerin und Achtsamkeitstrainerin
Das seit vielen Jahren einmal jährlich stattfindende Veranstaltungsformat verbindet Netzwerken und Fortbildung. Diesmal konnten die Übungsleitungen eintauchen in das neurozentriertes Bewegungskonzept „Der bewegte Weg zur Achtsamkeit“ und lernten, wie sie den Ansatz für ihre Rehasport-Stunden nutzen können. Außerdem wird die Fortbildung vom RSD und BRSNW mit 8 Lerneinheiten zur Lizenzverlängerung anerkannt.
Ebenfalls vor Ort waren Jessica Harsch und Helen Walljasper vom Zertifizierungs-Team des TeamRehasport. Diese Gelegenheit für den persönlichen Austausch mit den Übungsleiterinnen und Übungsleitern lassen wir uns nicht entgehen – ein wertvoller direkter Draht, der im Alltag selten so unkompliziert möglich ist. Hier berichten sie über das Netzwerktreffen:


Ein neurozentriertes Bewegungskonzept für den Rehasport
Die Referentin, Christiane Greiner-Maneke hat ein ganzheitliches Bewegungskonzept mit dem neurozentrierten Training aus Einflüssen der Bewegungspädagogik, Sportwissenschaft und Achtsamkeitsübungen für den Rehasport geschaffen.
„Nur wer versteht, wie sein Körper funktioniert, kann die Verantwortung für seine eigene Gesundheit übernehmen.“
So lautet ihr Impuls. Wir starteten mit einer Einführung der Bedeutung von Achtsamkeit im Rehasport. Nachspüren der eigenen Haltung, Wahrnehmung der Bewegungen und Konzentration auf das Hier und Jetzt – das ist elementar verankert in ihrem Konzept. Christiane gab uns praktische Empfehlungen bezüglich der Kommunikation und dem achtsamen Umgang mit Teilnehmenden:
„Wir sprechen immer von Potenzialen bezüglich der Beweglichkeit. Entweder schöpft das Gelenk die Beweglichkeit voll aus oder es hat noch Potenzial.“
Christiane nimmt die Übungsleiterinnen und Übungsleiter in ihre Verantwortung, die Rehasport-Teilnehmenden nicht nur zur Nachahmung von Bewegung zu animieren, sondern auch ein tieferes Bewusstsein von funktionaler Bewegung beim Teilnehmenden zu schaffen, damit jeder Teilnehmende in der Lage ist, selbst Verantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen.
Ihr neurozentriertes Konzept beinhaltet drei Komponenten:
- Bewegungssequenzen erlernen
- verschiedene Faszien-Techniken, um zusätzliche Reize zu setzen
- mentale und bildliche Vorstellungskraft fördern
Wertvolle Tipps zu Didaktik und Stundenbildern
Ziel ist das volle Potenzial des Gelenks zu entfalten, die Tiefensensibilität zu schulen und neue Bewegungsmuster abzuspeichern. So stellte Christiane uns vielfältige Bewegungssequenzen zur Gelenksaktivierung vor, welche durch mentale Vorstellungen der Anatomie unterstützt wurden. Hierfür hatte sie verschiedenes Material an anatomischen Modellen, Fotos und anatomischen Bildern im Gepäck für das Netzwerktreffen. Die Bewegung vom Muskelbauch und der Faszie erklärte sie z.B. anschaulich anhand von einem Ball im Ballnetz.



Die Bewegungssequenzen dürfen sich in ihrem Konzept in verschiedenen Stunden wiederholen, denn viele Teilnehmende profitieren von der Wiederholung.
Wir nutzten dabei bildliche Vorstellung, wie z.B., dass sich die Gelenkflüssigkeit „wie ein warmes wohlriechendes Öl in unseren Gelenken verteilt“ und spürten nach wie sich unsere Haltung durch die Bewegung veränderte. So zeigte sie anhand von Anatomie-Fotos zunächst anschaulich, welche Auswirkungen chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus auf das muskuläre System haben, bevor wir mit unseren Sequenzen starteten und auf Faszienbällen die Plantarfaszie beweglicher machten.
„Eine bildliche Vorstellung der antatomischen Strukturen ist unheimlich wichtig, nur so kann ich als Übungsleitung die Übungen richtig anleiten“, so ihre Überzeugung.
Anhand vom Skelettmodell besprachen wir chronische Erkrankungen von Knie, Hüfte, Lendenwirbelsäule und Christiane zeigte, wie funktionale Bewegungssequenzen die Gelenke aktivieren können, um Muskeln, Faszien und Gelenke wieder in einen physiologischen Einklang zu bringen. Der Blick und die mentale Vorstellungskraft unterstütz dabei die Verknüpfung von neuronalen Synapsen.
Achtsamkeit als Übungsleitung
Im theoretischen Teil stiegen wir tiefergehend in das Thema Achtsamkeit ein. Christiane beleuchtete die fünf Komponenten
- Aufmerksamkeit
- Gegenwärtigkeit
- Akzeptanz
- Inneres Beobachten
- Mitgefühl
und ihrer Bedeutung im Rehasport. Sie betonte, wie wichtig eine positiven Grundhaltung der Übungsleitung gegenüber sich selbst und anderen ist. Wir beleuchteten welche Lebenskompetenzen, wie z.B. Selbstkenntnis, besseres Zuhören, Emotionen regulieren zu mehr Lebenszufriedenheit führt und wie wichtig es ist, das Selbstvertrauen unserer Rehasport-Teilnehmenden zu unterstützen.



Raum für fachlichen Austausch auf Augenhöhe
In der Mittagspause war am Buffet Zeit sich mit den anderen Teilnehmern des Netzwerktreffens über Rehasport auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Das ist genau der Impuls, den wir in unserem TeamRehasport‑Netzwerk setzen möchten. Die regelmäßig stattfindenden Netzwerktreffen bieten einen Raum für gemeinsames Lernen und den fachlichen Austausch auf Augenhöhe.




Nach der Mittagspause blieben wir bei strahlendem Sonnenschein gleich draußen und führten unser Programm outdoor durch. Wir schnürten uns das von Christiane konzipierte elastische Körperband über Becken, Knie und Füße und erfuhren wie sich dieser Reiz auf unsere Muskulatur und Bewegung auswirkte.
Wir lernten mit erhöhtem Widerstand zu gehen, zu laufen und Squads mit dem Band durchzuführen. Christiane stellte uns Übungen zur exzentrischen Kräftigung des Schultermuskulatur gegen Widerstand in Form von Partnerübungen mit dem Band vor
Atemübungen nicht nur für Asthmapatienten
Auch dem Thema Atemwegserkrankungen widmete sich Christiane. Sie stellte verschiedene Atemübungen wie das vertiefte Ausatmen und die Staccato-Atmung vor. Wieder lieferte Sie aufschlussreiches Bildmaterial in Form eines eindrucksvollen Films über die Zwerchfellbewegung beim Atmen. Auch Übungen zur entlastenden Atemübungen mit Asthmapatienten stellte sie vor. Gleichzeitig motivierte sie auch mit Rehasportlern Atemübungen durchzuführen, wenn diese keine Atemprobleme haben:
„Davon profitieren auch alle Rehasportler als präventive Maßnahme, wenn sie z.B. in die Situation kommen ihren Blutdruck regulieren zu müssen oder eine Bronchitis haben, auch wenn man noch keine Einschränkung der Atmung hat.“
Fazit des Netzwerktreffens: Neue Inspiration für die Kursgestaltung
Die Mischung aus neurozentrierten Bewegungsübungen, anschaulicher Anatomie und Achtsamkeitselementen war sehr inspirierend. Viele Übungsleitende fühlten sich in ihrem bisherigen Tun bestätigt und erhielten gleichzeitig wertvolle neue Impulse, um ihre Gruppen noch gezielter in die Eigenverantwortung zu führen. Besonders die authentische und unterhaltsame Art von Christiane machte das Netzwerktreffen zu einem abwechslungsreichen Erlebnis.
Wir freuen uns, dass durch das Zusammenkommen vieler engagierter Fachkräfte das TeamRehasport-Netzwerk lebendig wird und wir Motivation und Zusammenhalt stärken konnten. Unser Fazit lautet
„Ziel erreicht! Gemeinsames Lernen verbindet – und schafft Raum für neue Ideen und Impulse.“


Wir bedanken uns bei Christiane Greiner-Maneke für diesen bereichernden Tag und bei allen Teilnehmenden für den offenen Austausch.
Die Termine der nächsten Netzwerktreffen und Veranstaltungen in Präsenz sowie unserer verschiedenen Online-Formaten finden Sie immer aktuell in der Rubrik Termine & Veranstaltungen – TeamRehasport