Rehasport-Informationen für Rehasport Anbieter

Rehasport anbieten – Was sind die Grundvoraussetzungen?
Um Rehasport anbieten zu können, bzw. Rehasport Anbieter zu werden, müssen gewisse Grundlagen gegeben sein: Das sind zum einen formale Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen und zum anderen eine strategische Zielsetzung des Rehasports, die Sie als Bewegungsanbieter mit dem Rehasport verbinden.

Formale Voraussetzungen für Rehasport Anbieter:

  • Geeignete Räumlichkeiten. Zum Beispiel einen Gymnastikraum, der pro Teilnehmer 5 m² Platz bietet.
  • Qualifizierter Übungsleiter, der eine gültige Übungsleiterlizenz B Rehabilitationssport besitzt. Detaillierte Informationen zum Ausbildungs- und Lizenzsytem für Rehasport-Übungsleiter
  • Betreuender Arzt, der bereit ist, Fragen aus der Gruppe oder Fragen des Übungsleiters zu beantworten. (Formular M)
  • Sportverein, der Mitglied in einem Behindertensportverband ist. Denn ein bundesweit einheitliches Anerkennungsverfahren gibt es nur für Sportvereine, die Mitglied in einem Landesverband des DBS sind.

Sind diese formalen Voraussetzungen erfüllt, dann ist der nächste Schritt sich Gedanken zu machen, zur richtigen Strategie und Zielsetzung:

Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Rehasport?

Für einen Sportverein bedeutet Rehasport ein zusätzliches Angebot für seine Mitglieder und die Krankenkasse bezahlt dieses Angebot. Im Fall einer Physiotherapeutischen Praxis komplettiert der Rehasport das Angebot, damit Patienten neben allen anderen Maßnahmen auch Rehasport angeboten werden kann. In diesem Fall ist es ausreichend, wenn der Rehasport zumindest kostendeckend durchgeführt wird. Oder Rehasport soll auch als strategisches Instrument genutzt werden, um bestimmte Zielgruppen in die Praxis zu bringen.
Für ein Sportstudio kann Rehasport eingesetzt werden, um ein ganz neues Kundensegment anzusprechen. Oder er kann als Kundenbindungsinstrument eingesetzt werden, um Bestandskunden zusätzliche Maßnahmen anbieten zu können? Dann sollte das Ziel auch ein positiver Deckungsbeitrag sein.

3 wichtige Fragen und Antworten für Rehasport-Anbieter

Diese strategische Klarheit ist eine wichtige Voraussetzung. Nur wenn man weiß, was man mit dem Rehasport tatsächlich erreichen möchte, kann Rehasport sinnvoll in ein Angebot eingebettet werden und das dazugehörige Marketing, etwa den Aufbau von Kooperationen mit Ärzten, Selbsthilfegruppen, Krankenkassen oder Krankenhäusern, passend gestaltet werden.

  1. Einen eigenen Verein gründen oder mit einem bestehenden Verein kooperieren?
    Eine Antwort auf diese Frage finden Sie hier.
  2. Sie überlegen, mit einem bestehenden Verein zu kooperieren?
    Dann klicken Sie hier.
  3. Sie bieten bereits Rehasport an über einen eigenen Verein oder in Kooperation mit einem Verein und suchen Alternativen?
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Ausbildung zum Rehasport-Übungsleiter

In der Rahmenvereinbarung für Rehabilitationssport ist festgelegt, dass der Rehabilitationssport (§ 44 SGB IX) durch einen Übungsleiter mit Übungsleiterlizenz B Rehabilitationssport angeleitet werden muss. Nur ein Übungsleiter mit gültiger Lizenz darf eine Rehasport-Gruppe leiten und diese Leistung mit den Kostenträgern abrechnen.

Dieser Übungsleiter muss für die jeweilige Gruppe (mit Wochentag und Uhrzeit) beim Verband gemeldet werden. Im Falle von Urlaub oder Krankheit kann nur ein lizenzierter Übungsleiter als Vertretung einspringen. Dieser muss ebenfalls beim Verband für die entsprechende Gruppe als Vertretung gemeldet sein.

Downloadbereich

Informationen, Links, Downloads, usw.

Anerkennung als Rehasportleistungserbringer

Wie funktioniert das Anerkennungsverfahren als Leistungserbringer für Rehasport nach § 44 SGB IX?

Jede Rehasportgruppe, die offiziell durchgeführt und mit den Kostenträgern abgerechnet wird, muss zertifiziert sein. In einem Anerkennungsverfahren werden bestimmte formale Rahmenbedingungen (wie z. B. Raumgröße, Übungsleiter-Lizenz, Betreuung der Gruppe durch einen Arzt) überprüft und die entsprechende Stelle stellt ein Anerkennungszertifikat aus.
Grundlage für dieses Anerkennungsverfahren und die damit verbundene Kostenerstattung durch die Kostenträger ist die Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining vom 01. Januar 2011.

Anmeldung Infobrief

Sie möchten zukünftig Ihren Infobrief als E-Mail erhalten?

Rehasport: Wichtige Fragen und Antworten

Sie interessieren sich für Rehasport? Möchten daran teilnehmen oder suchen eine Gruppe in Ihrer Nähe? Hier haben wir Antworten auf Ihre Fragen zusammengestellt:

Was ist Rehasport?

Was ist Rehasport?

Rehabilitationssport, kurz Rehasport, ist ein Bewegungstraining in der Gruppe. Die Teilnehmer treffen sich regelmäßig, um unter Anleitung eines speziell ausgebildeten Übungsleiters gemeinsam Sport zu treiben. Rehasport wird in der Regel als Gymnastik angeboten. Es gibt aber auch Rehasport in Form von Wassergymnastik. An einer Rehasportstunde können i. d. R. 15 Personen teilnehmen und sie dauert 45 Minuten. Rehasport wird vom Arzt verordnet und von den Krankenkassen bezahlt. In der Regel umfasst eine ärztliche Verordnung 50 Übungseinheiten á 45 Minuten.

Für wen ist Rehasport geeignet?

Für wen ist Rehasport geeignet?

Beim Rehasport werden verschiedene Angebote für unterschiedliche Zielgruppen unterschieden. Weit verbreitet sind Rehasportangebote für orthopädische Beschwerden. Diese Angebote sind geeignet für alle Menschen mit Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat, dazu zählen z. B. Rückenschmerzen sowie Hüft- und Knieschmerzen. Es gibt aber auch Rehasportgruppen für spezielle Krankheitsbilder, wie Sport nach Krebs, Parkinson oder Multiple Sklerose. Auch für Diabetiker oder Lungenkranke gibt es spezielle Angebote.

Die Teilnahme ist unabhängig vom Alter. Ab dem 15. Lebensjahr können auch Jugendlichen an Rehasportangeboten für Erwachsene teilnehmen. Für Kinder bis 14 Jahren ist es sinnvoll an einer speziellen Rehasport-Kinder-Gruppe teilzunehmen.

Für Patienten mit akuten Beschwerden, z. B. nach Operationen ist der Rehasport nicht geeignet. Hier sollte die Physiotherapie das Mittel der Wahl sein.

Rehasport ist ein Bewegungsangebot, das sich per Definition an Menschen mit Behinderung, an Menschen mit drohender Behinderung sowie an chronisch Kranke richtet. Diese Definition ist geprägt durch die Herkunft des Rehasport aus dem Versehrtensport. Heutzutage wird Rehasport meinst an chronisch Kranke verordnet.

Was ist das Ziel von Rehasport?

Was ist das Ziel von Rehasport?

Das Ziel des Rehasport ist es, mit den Mitteln des Sports Menschen mit körperlichen Problemen und Einschränkungen wieder in Bewegung zu bringen und dadurch ihr Wohlbefinden und die körperliche Belastungsfähigkeit zu steigern. Weiterhin soll der Rehasport durch die gemeinsame Bewegung in einer Gruppe auch die soziale Integration fördern: die Teilnehmer nehmen durch den Sport – z.B. nach einem Schlaganfall – wieder an der Gesellschaft teil. Die Krankenkassen, die diesen Sportkurs à 50 Übungseinheiten komplett bezahlen, verstehen den Rehasport als eine Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist, dass der Teilnehmer nach Abschluss des Rehasports weiterhin regelmäßig Sport treibt.

Wie kann ich am Rehasport teilnehmen?

Wie kann ich am Rehasport teilnehmen?

Damit Sie am Rehasport teilnehmen können, benötigen Sie eine Verordnung (Formular 56) vom Arzt. Sie enthält neben der Diagnose auch Empfehlungen zur Anzahl der Übungseinheiten und zur Häufigkeit der Teilnahmen pro Woche.

Mit der vom Arzt ausgestellten Verordnung gehen Sie zu Ihrer Krankenkasse und lassen diese dort genehmigen und die Kostenübernahme durch die Krankenkasse bestätigen.

Im Anschluss können Sie einen Rehasport Anbieter wählen und vereinbaren dort einen Termin, zu dem Sie die genehmigte Verordnung mitbringen. Gemeinsam mit dem Übungsleiter vor Ort wählen Sie dann den für Sie passenden Kurs aus und beginnen das Training. Nach jeder Übungseinheit bestätigen Sie Ihre Teilnahme per Unterschrift auf einer Unterschriftenliste. Nach den i.d.R. 50 Einheiten haben Sie die Möglichkeit, eigenverantwortlich und auf eigene Kosten weiter zu trainieren oder Sie lassen sich eine Folgeverordnung ausstellen.

Wo gibt es in meiner Nähe Gruppen?

Wo gibt es in meiner Nähe Gruppen?

Die Trainingsstätten, an denen Sie über unser Netzwerk am Rehasport teilnehmen können, finden Sie hier. Geben Sie einfach den gesuchten Ort oder die dazugehörige Postleitzahl ein.

Wer bezahlt den Rehasport?

Wer bezahlt den Rehasport?

Die Kosten für den Rehasport übernimmt zu 100 % die Krankenkasse bzw. der Rentenversicherungsträger. Für die Teilnahme an der reinen Rehaport-Gymnastik kommen keine weiteren Zuzahlungen auf Sie zu. Die Krankenkassen befürworten eine Mitgliedschaft in den Sportvereinen, die den Rehasport durchführen, sie darf aber nicht verpflichtende Voraussetzung sein, am Rehasport teilnehmen zu können.

Kann ich auch als Privatpatient am Rehasport teilnehmen?

Kann ich auch als Privatpatient am Rehasport teilnehmen?

Sie erhalten als Privatpatient ebenfalls eine Verordnung vom Arzt und sollten auch vorab die Kostenübernahme mit Ihrem Kostenträger klären. Der ausgewählte Rehasportanbieter wird dann i. d. R. einen Behandlungsvertrag mit Ihnen abschließen, in dem die Dauer, die Anzahl der Übungseinheiten sowie die Kosten pro Übungseinheit geregelt sind. Nachdem Sie die Verordnung abtrainiert haben, stellt Ihnen der Anbieter dann eine Rechnung aus, die Sie bei Ihrer Krankenkasse einreichen können.

 

Kann ich auch eine zweite Rehasportverordnung bekommen?

Kann ich auch eine zweite Rehasportverordnung bekommen?

Nach dem Abtrainieren der Verordnung sollten Sie befähigt sein, die Übungen auch selbstverantwortlich zu Hause durchzuführen. Ist das nicht der Fall bzw. ist für Sie nach Einschätzung des Arztes der Gruppencharakter sehr wichtig, kann der Arzt eine Folgeverordnung ausstellen. Und zwar immer dann, wenn diese medizinisch notwendig, geeignet und wirtschaftlich ist. Die medizinische Notwendigkeit muss der Arzt im Falle einer Folgeverordnung auf der Verordnung auf einem speziellen Feld kurz begründen.

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Autor: Winfried Möck

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