Was ist Rehasport? Einfach erklärt | TeamRehasport

Jeden Morgen dasselbe Ziehen im Rücken

Kennen Sie das? Sie stehen morgens auf und der Rücken schmerzt. Der Arzt hat Ihnen Krankengymnastik verordnet, aber die sechs Termine sind längst vorbei. Die Schmerzen bleiben. Beim nächsten Besuch fällt ein Wort, das Sie noch nie gehört haben: Rehasport.

Vielleicht hat auch eine Freundin davon erzählt. Oder Sie haben es auf einem Rezept gelesen und sich gefragt: Was genau soll das sein? Ist das wie Sport im Fitnessstudio? Oder eher wie Physiotherapie? Und wer bezahlt das eigentlich?

Diese Fragen stellen sich Tausende Menschen in Deutschland jeden Tag. Das ist verständlich, denn Rehasport ist vielen Menschen nicht geläufig, obwohl er eine der wirksamsten Maßnahmen nach Verletzungen, Operationen oder bei chronischen Beschwerden darstellt. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie als Einsteiger wissen müssen — von der ersten Verordnung bis zur letzten Übungseinheit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rehasport ist ein ärztlich verordnetes Bewegungstraining in der Gruppe.

  • Die Kosten übernimmt in der Regel Ihre Krankenkasse.

  • Eine Verordnung umfasst meistens 50 Übungseinheiten über 18 Monate.

  • Qualifizierte Übungsleiterinnen und Übungsleiter leiten jede Stunde an.

  • Rehasport richtet sich an Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen — unabhängig vom Alter.

  • Er unterscheidet sich deutlich von Physiotherapie und Funktionstraining.

Rehasport einfach erklärt: Was steckt dahinter?

Rehabilitationssport — kurz Rehasport — ist ein spezielles Bewegungsangebot für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Ein Arzt verordnet ihn, und die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Das Training findet immer in einer Gruppe statt und wird von einem ausgebildeten Übungsleiter angeleitet.

Stellen Sie sich Rehasport vor wie einen Kurs an der Volkshochschule — nur eben für Ihre Gesundheit. Sie gehen regelmäßig hin, treffen andere Teilnehmer mit ähnlichen Beschwerden und machen gemeinsam Übungen, die genau auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Der entscheidende Unterschied zum normalen Sportkurs: Alles basiert auf medizinischen Erkenntnissen und ist gesetzlich geregelt.

Die gesetzliche Grundlage bildet das Sozialgesetzbuch IX, genauer gesagt § 64 SGB IX. Dort ist festgelegt, dass Rehasport eine ergänzende Leistung zur medizinischen Rehabilitation ist. Dadurch haben Menschen mit Behinderungen oder drohenden Behinderungen einen rechtlichen Anspruch auf diese Maßnahme. Das bedeutet: Es handelt sich nicht um ein freiwilliges Zusatzangebot, sondern um eine Leistung, die Ihnen zusteht.

Was Rehasport konkret bewirken soll

Das Ziel von Rehabilitationssport geht weit über einfaches Bewegen hinaus. Er soll Ihre Ausdauer und Kraft verbessern, Ihre Koordination schulen und Ihr Selbstbewusstsein im Umgang mit dem eigenen Körper stärken. Langfristig soll er Sie dazu befähigen, eigenverantwortlich und dauerhaft Sport zu treiben — auch nach dem Ende der Verordnung.

Wer die Rehasport Grundlagen kennt, versteht schnell: Es geht nicht darum, Höchstleistungen zu erbringen. Vielmehr steht die Freude an der Bewegung im Vordergrund. Die Übungen werden so angepasst, dass jeder Teilnehmer mitmachen kann, unabhängig vom aktuellen Fitnessniveau. Deshalb eignet sich das Angebot auch besonders für Menschen, die nach einer langen Krankheitsphase wieder aktiv werden möchten.

Für wen ist Rehasport gedacht?

Grundsätzlich richtet sich Rehabilitationssport an alle Menschen, die eine gesundheitliche Einschränkung haben oder von einer solchen bedroht sind. Das klingt erst einmal sehr allgemein, deshalb hier einige typische Beispiele aus dem Alltag.

Eine Patientin hat seit Jahren Rückenschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall. Ein älterer Herr möchte nach seiner Knie-Operation wieder sicher gehen können. Eine junge Frau leidet unter Depressionen und braucht regelmäßige Bewegung als Unterstützung zur Therapie. All diese Menschen können vom Arzt eine Rehasport-Verordnung erhalten.

Typische Indikationen im Überblick

Die Einsatzgebiete sind breit gefächert. Im orthopädischen Bereich gehören Rückenschmerzen, Arthrose, Osteoporose und Zustände nach Operationen an Hüfte, Knie oder Schulter zu den häufigsten Gründen. Bei inneren Erkrankungen verschreiben Ärzte Rehasport etwa nach einem Herzinfarkt, bei Diabetes oder bei chronischen Lungenerkrankungen wie COPD.

Auch in der Neurologie spielt das rehabilitative Training eine wichtige Rolle. Menschen nach einem Schlaganfall, mit Multipler Sklerose oder Parkinson profitieren von gezielten Übungen in der Gruppe. Ebenso können Krebspatienten während oder nach einer Behandlung teilnehmen. Selbst bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen wird Rehasport zunehmend verordnet.

Besondere Zielgruppen

Rehasport kennt keine Altersgrenze. Senioren bilden zwar die größte Teilnehmergruppe, doch auch Kinder und Jugendliche können teilnehmen. Für Menschen im Rollstuhl gibt es spezielle Angebote, ebenso für Schwangere mit bestimmten Beschwerden. Entscheidend ist immer die ärztliche Verordnung, die Ihre individuelle Situation berücksichtigt.

So kommen Sie zum Rehasport: Der Weg Schritt für Schritt

Der Weg zum Rehabilitationssport ist einfacher, als viele denken. Trotzdem gibt es einige Schritte zu beachten. Damit Sie den Überblick behalten, hier der gesamte Ablauf in der richtigen Reihenfolge.

Schritt 1: Arztbesuch und Verordnung

Alles beginnt bei Ihrem Arzt. Das kann Ihr Hausarzt sein, aber auch ein Orthopäde, Kardiologe oder ein anderer Facharzt. Sie schildern Ihre Beschwerden und der Arzt prüft, ob Rehasport für Sie sinnvoll ist. Wenn ja, füllt er das sogenannte Formular Muster 56 aus. Dieses Formular ist Ihr Rehasport-Rezept.

Auf dem Muster 56 stehen wichtige Informationen: Ihre Diagnose, die empfohlene Anzahl der Einheiten und die Art des Trainings. In den meisten Fällen verordnet der Arzt 50 Einheiten über einen Zeitraum von 18 Monaten. Bei bestimmten Erkrankungen — etwa einer schweren Herzerkrankung — können es auch 120 Einheiten über 36 Monate sein.

Schritt 2: Genehmigung durch die Krankenkasse

Das ausgefüllte Formular reichen Sie bei Ihrer Krankenkasse ein. Diese prüft die Verordnung und erteilt in der Regel eine Genehmigung. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen — ob AOK, TK, Barmer, DAK oder IKK — übernehmen die Kosten vollständig. Eine Zuzahlung fällt für Sie nicht an.

In seltenen Fällen lehnt die Krankenkasse eine Verordnung ab. Dann können Sie Widerspruch einlegen. Wichtig zu wissen: Der Widerspruch hat gute Erfolgsaussichten, sofern die medizinische Begründung nachvollziehbar ist. Lassen Sie sich in einem solchen Fall von Ihrem Arzt unterstützen.

Schritt 3: Einen passenden Anbieter finden

Mit der Genehmigung in der Hand suchen Sie sich einen Rehasport-Anbieter in Ihrer Nähe. Das kann ein Sportverein mit Rehasport-Abteilung sein, ein Fitnessstudio mit entsprechender Zulassung oder eine Physiotherapie-Praxis, die Rehasport-Kurse anbietet. Auf Plattformen wie Rehasport-Online.de finden Sie schnell passende Angebote in Ihrer Region.

Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass der Anbieter eine offizielle Zulassung besitzt. Nur zugelassene Einrichtungen dürfen Rehasport anbieten und mit der Krankenkasse abrechnen. Die Zulassung wird über die Landesbehindertensportverbände vergeben und garantiert bestimmte Qualitätsstandards bei Räumlichkeiten, Ausstattung und Personal.

Schritt 4: Loslegen und dranbleiben

Beim ersten Termin melden Sie sich an und bringen Ihre Genehmigung mit. Der Übungsleiter erklärt Ihnen den Ablauf und erkundigt sich nach Ihren Beschwerden. Dann geht es auch schon los — gemeinsam mit anderen Teilnehmern, die ähnliche gesundheitliche Einschränkungen haben.

Was passiert in einer Rehasport-Stunde?

Viele Einsteiger sind vor der ersten Stunde nervös. Das ist völlig normal. Deshalb ist es hilfreich zu wissen, was Sie erwartet. Eine typische Rehasport-Einheit dauert 45 Minuten.

Der typische Ablauf

Jede Stunde beginnt mit einer Aufwärmphase. Dabei machen Sie leichte Bewegungen, die den Kreislauf in Schwung bringen und die Muskeln auf die kommenden Übungen vorbereiten. Danach folgt der Hauptteil mit gezielten Übungen für Kraft, Ausdauer, Koordination oder Beweglichkeit — je nach Gruppe und Indikation.

Am Ende jeder Einheit steht eine Entspannungsphase. Hier kommen Dehnübungen, Atemübungen oder leichte Entspannungstechniken zum Einsatz. Dieser Dreiklang aus Aufwärmen, Training und Abkühlen sorgt dafür, dass Ihr Körper optimal beansprucht wird, ohne überfordert zu werden.

Gruppentraining als Kern des Konzepts

Ein wesentliches Merkmal von Rehasport ist das Gruppenformat. Die Gruppengröße liegt in der Regel bei maximal 15 Teilnehmern.

Die Gruppe ist kein Zufall, sondern Absicht. Das gemeinsame Training motiviert, schafft soziale Kontakte und zeigt Ihnen: Sie sind mit Ihren Beschwerden nicht allein. Viele Teilnehmer berichten, dass gerade der Gruppeneffekt sie langfristig bei der Stange hält. Dadurch wird aus einer medizinischen Maßnahme ein fester, positiver Bestandteil des Alltags.

Welche Sportarten gibt es im Rehasport?

Wenn Sie an Rehasport denken, stellen Sie sich vielleicht eine Turnhalle mit Gymnastikmatten vor. Das stimmt auch teilweise — aber das Angebot ist deutlich vielfältiger. Je nach Einrichtung und Indikation stehen verschiedene Trainingsformen zur Auswahl.

Trainingsform

Beschreibung

Besonders geeignet bei

Gymnastik (trocken)

Übungen ohne Wasser, oft mit Kleingeräten

Rückenschmerzen, Arthrose, allgemeine Mobilität

Wassergymnastik

Übungen im Bewegungsbad, gelenkschonend

Gelenkerkrankungen, Übergewicht, nach Operationen

Ausdauertraining

Ergometer, Walking oder leichtes Laufen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes

Koordinationstraining

Gleichgewichts- und Beweglichkeitsübungen

Sturzprophylaxe, neurologische Erkrankungen

Die Wassergymnastik, auch Aquafitness genannt, erfreut sich besonderer Beliebtheit. Der Auftrieb im Wasser entlastet die Gelenke erheblich, weshalb gerade Menschen mit Arthrose oder Übergewicht diese Trainingsform bevorzugen. Gleichzeitig bietet das Wasser einen natürlichen Widerstand, der die Muskulatur kräftigt.

Gerätegestütztes Krafttraining wiederum eignet sich hervorragend für den gezielten Muskelaufbau. Hierbei kommen medizinische Trainingsgeräte zum Einsatz, die eine exakte Dosierung der Belastung ermöglichen. Ihr Übungsleiter stellt die Geräte individuell für Sie ein und überwacht die korrekte Ausführung.

Rehasport, Funktionstraining und Physiotherapie: Wo liegt der Unterschied?

Diese Frage stellen sich viele Einsteiger — und sie ist berechtigt. Alle drei Maßnahmen dienen der Gesundheit, doch sie unterscheiden sich in wesentlichen Punkten. Der Unterschied lässt sich mit einem Bild verdeutlichen.

Stellen Sie sich vor, Ihr Auto hat einen Motorschaden. Die Physiotherapie ist wie die Werkstatt: Ein Fachmann repariert gezielt das Problem, eins zu eins, mit speziellen Werkzeugen. Rehabilitationssport hingegen ist wie ein Fahrsicherheitstraining danach — Sie lernen in der Gruppe, Ihr repariertes Auto wieder sicher zu steuern und fit zu halten. Funktionstraining wäre dann eine spezielle Fahrstunde, die sich ausschließlich auf eine bestimmte Funktion konzentriert, etwa das Einparken.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Merkmal

Rehasport

Funktionstraining

Physiotherapie

Format

Gruppentraining

Gruppentraining

Einzelbehandlung

Verordnung

Muster 56

Muster 56

Heilmittelverordnung

Dauer

50 Einheiten / 18 Monate

12 Monate

6–10 Einheiten

Ziel

Ganzheitliche Fitness und Eigenverantwortung

Erhalt bestimmter Gelenkfunktionen

Gezielte Behandlung akuter Beschwerden

Leitung

Übungsleiter mit Lizenz

Physiotherapeut oder Ergotherapeut

Physiotherapeut

Zuzahlung

Keine

Keine

10 % plus 10 € je Verordnung

Besonders wichtig: Rehasport und Physiotherapie schließen sich nicht gegenseitig aus. Viele Patienten nutzen beides parallel. Die Physiotherapie behandelt akute Probleme gezielt, während der Rehabilitationssport langfristig die allgemeine Belastbarkeit steigert. Beide Maßnahmen ergänzen sich dadurch ideal innerhalb der ambulanten Rehabilitation.

Funktionstraining hingegen konzentriert sich auf den Erhalt und die Verbesserung einzelner Gelenkfunktionen. Es wird häufig bei rheumatischen Erkrankungen verordnet und findet ebenfalls in Gruppen statt. Die Leitung übernehmen hier allerdings Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten — nicht Übungsleiter mit Rehasport-Lizenz.

Wer leitet den Rehasport an?

Jede Rehasport-Stunde steht und fällt mit der Person, die sie leitet. Die Übungsleiterinnen und Übungsleiter tragen eine große Verantwortung, weshalb die Anforderungen an ihre Qualifikation hoch sind.

Rehasport-Übungsleiter benötigen eine spezielle Ausbildung, die vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) oder den Landesbehindertensportverbänden anerkannt sein muss. In der Regel handelt es sich um eine Übungsleiter-B-Lizenz im Bereich Rehabilitationssport. Diese Ausbildung umfasst sowohl theoretische als auch praktische Inhalte — von Anatomie und Trainingslehre bis hin zu konkreten Übungskonzepten für verschiedene Krankheitsbilder.

Darüber hinaus müssen Übungsleiter regelmäßig Fortbildungen besuchen, um ihre Lizenz zu behalten. Dadurch ist sichergestellt, dass das Wissen aktuell bleibt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis einfließen. Für Sie als Teilnehmer bedeutet das: Sie werden von jemandem angeleitet, der Ihre gesundheitliche Situation versteht und die Übungen sicher gestalten kann.

Was kostet Rehasport — und wer bezahlt?

Die gute Nachricht gleich vorweg: Für Sie als Teilnehmer fallen in der Regel keine Kosten an. Doch wie funktioniert die Finanzierung genau?

Rehasport gehört zu den sogenannten ergänzenden Leistungen zur Rehabilitation nach dem Sozialgesetzbuch IX. Deshalb sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, die Kosten zu übernehmen — ohne Zuzahlung und ohne Eigenanteil. Das gilt unabhängig davon, ob Sie bei der AOK, TK, Barmer, DAK, IKK oder einer anderen gesetzlichen Kasse versichert sind.

Neben den Krankenkassen kommen auch andere Kostenträger infrage. Nach Arbeitsunfällen zahlt die Berufsgenossenschaft, im Rahmen beruflicher Rehabilitation kann die Deutsche Rentenversicherung einspringen. Auch die Unfallversicherung übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten. Welcher Träger zuständig ist, ergibt sich aus Ihrer individuellen Situation.

Was passiert nach den 50 Einheiten?

Wenn Ihre 50 Einheiten aufgebraucht sind, bedeutet das nicht automatisch das Ende. Besteht die medizinische Notwendigkeit weiterhin, kann Ihr Arzt eine Folgeverordnung ausstellen. Auch diese muss wieder von der Krankenkasse genehmigt werden, doch bei chronischen Erkrankungen ist eine Verlängerung in vielen Fällen möglich.

Falls Sie den Rehabilitationssport nach Ablauf der Verordnung auf eigene Kosten fortsetzen möchten, bieten viele Anbieter Selbstzahler-Tarife an. Die Kosten pro Einheit variieren je nach Region und Einrichtung. Eine Investition in die eigene Gesundheit, die sich auf lange Sicht auszahlt.

Häufige Anfängerfehler — und wie Sie sie vermeiden

Auch beim Rehabilitationssport gibt es typische Stolperfallen, die Einsteiger kennen sollten. Die gute Nachricht: Sie lassen sich alle leicht vermeiden, wenn Sie vorher Bescheid wissen.

  • Zu lange mit der Genehmigung warten: Reichen Sie das Formular Muster 56 möglichst schnell bei Ihrer Krankenkasse ein. Die Verordnung hat ein zeitliches Verfallsdatum.

  • Keinen passenden Anbieter suchen: Nicht jede Einrichtung bietet Kurse für jede Indikation an. Informieren Sie sich vorher, ob der Anbieter in Ihrer Nähe die richtige Gruppe für Sie hat.

  • Unregelmäßig teilnehmen: Der Erfolg hängt maßgeblich von der Regelmäßigkeit ab. Planen Sie feste Termine in Ihren Wochenablauf ein, idealerweise ein- bis zweimal pro Woche.

  • Sich überfordern: Rehabilitationssport ist kein Leistungssport. Hören Sie auf Ihren Körper und teilen Sie dem Übungsleiter mit, wenn eine Übung Schmerzen verursacht.

  • Nach den 50 Einheiten aufhören: Sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Arzt über eine Folgeverordnung, wenn Sie weiterhin Beschwerden haben.

Checkliste: So starten Sie mit Rehasport

Damit Sie einen klaren Fahrplan haben, finden Sie hier alle Schritte zusammengefasst. Drucken Sie sich diese Liste am besten aus und haken Sie jeden Punkt ab.

  1. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden und bitten Sie gezielt um eine Rehasport-Verordnung.

  2. Lassen Sie sich das Formular Muster 56 vollständig ausfüllen.

  3. Senden Sie die Verordnung an Ihre Krankenkasse und warten Sie auf die Genehmigung.

  4. Suchen Sie einen zugelassenen Anbieter in Ihrer Nähe — zum Beispiel über Rehasport-Online.de.

  5. Melden Sie sich beim Anbieter an und bringen Sie Ihre Genehmigung zum ersten Termin mit.

  6. Tragen Sie die Trainingszeiten fest in Ihren Kalender ein.

  7. Nehmen Sie regelmäßig teil und geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich an die Belastung zu gewöhnen.

  8. Sprechen Sie bei Bedarf rechtzeitig mit Ihrem Arzt über eine Verlängerung.

Wie wirksam ist Rehasport wirklich?

Berechtigte Frage — schließlich möchten Sie wissen, ob sich der Aufwand lohnt. Die Antwort fällt eindeutig aus: Zahlreiche Studien belegen, dass regelmäßiges rehabilitatives Training die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert, Schmerzen reduziert und die Lebensqualität steigert.

Besonders beeindruckend sind die Ergebnisse bei chronischen Rückenschmerzen. Teilnehmer berichten nach wenigen Wochen von einer spürbaren Schmerzlinderung und mehr Beweglichkeit im Alltag. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt das Training nachweislich das Risiko für erneute Ereignisse. Und bei psychischen Belastungen wie Depressionen zeigt sich: Regelmäßige Bewegung in der Gruppe kann die Stimmung ebenso wirksam heben wie manche Medikamente.

Neben den körperlichen Effekten dürfen die psychosozialen Vorteile nicht unterschätzt werden. Die regelmäßige Teilnahme schafft Struktur im Alltag. Der Austausch mit Gleichgesinnten reduziert das Gefühl der Isolation. Und das wachsende Vertrauen in den eigenen Körper stärkt die Motivation, auch über die Verordnung hinaus aktiv zu bleiben. Wer die Rehasport Grundlagen versteht, erkennt: Der eigentliche Gewinn liegt nicht nur in stärkeren Muskeln, sondern in einem ganzheitlich besseren Lebensgefühl.

Rehasport im digitalen Zeitalter

Spätestens seit der Corona-Pandemie hat sich auch im Rehabilitationssport einiges verändert. Manche Anbieter bieten inzwischen hybride Formate an, bei denen Sie wahlweise vor Ort oder per Videoübertragung teilnehmen können. Auch reine Online-Kurse existieren, wenngleich diese aktuell nur unter bestimmten Bedingungen von den Krankenkassen anerkannt werden.

Für Menschen in ländlichen Gebieten mit wenig Anbietern in der Nähe kann das eine echte Chance sein. Allerdings gilt: Das Gruppenerlebnis vor Ort und die direkte Anleitung durch den Übungsleiter lassen sich digital nur bedingt ersetzen. Deshalb empfiehlt es sich, Präsenztraining zu bevorzugen und digitale Angebote als Ergänzung zu betrachten.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich pro Woche am Rehasport teilnehmen?

Die meisten Teilnehmer trainieren ein- bis zweimal pro Woche. Bei 50 verordneten Einheiten und einem Zeitraum von 18 Monaten ergibt sich ein Rhythmus von etwa einer Einheit pro Woche. Häufigeres Training ist möglich und oft sogar empfehlenswert — sprechen Sie dies mit Ihrem Übungsleiter ab.

Kann ich den Rehasport-Anbieter wechseln?

Ja, ein Wechsel ist jederzeit möglich. Wenn Sie mit dem aktuellen Anbieter nicht zufrieden sind oder umziehen, können Sie einfach bei einer anderen zugelassenen Einrichtung weitermachen. Ihre verbleibenden Einheiten werden dort angerechnet.

Was soll ich zum Rehasport anziehen und mitbringen?

Tragen Sie bequeme Sportkleidung und saubere Sportschuhe mit heller Sohle. Für Wassergymnastik benötigen Sie Badebekleidung und ein Handtuch. Bringen Sie außerdem etwas zu trinken mit. Beim ersten Termin ist die Genehmigung der Krankenkasse mitzubringen.

Kann ich Rehasport und Fitnessstudio gleichzeitig nutzen?

Absolut. Rehabilitationssport und privates Training im Fitnessstudio schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Die im Rehasport erlernten Übungen können Sie im Studio eigenständig ergänzen. Achten Sie aber darauf, sich nicht zu überlasten.

Was passiert, wenn ich krank bin oder verreise?

Einzelne Fehltermine sind kein Problem. Ihre Einheiten verfallen nicht, sondern verschieben sich innerhalb des Verordnungszeitraums. Informieren Sie Ihren Anbieter rechtzeitig, wenn Sie längere Zeit nicht teilnehmen können. Bei Unterbrechungen über mehrere Monate kann es sinnvoll sein, mit der Krankenkasse Rücksprache zu halten.

Welcher Arzt kann Rehasport verordnen?

Grundsätzlich kann jeder zugelassene Arzt das Formular Muster 56 ausfüllen — vom Hausarzt bis zum Facharzt. In der Praxis verordnen am häufigsten Orthopäden, Kardiologen, Neurologen und Allgemeinmediziner. Auch Ärzte in Rehabilitationskliniken stellen regelmäßig Verordnungen aus, etwa im Rahmen einer Anschlussheilbehandlung.

Ihre wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick

Rehabilitationssport ist weit mehr als einfaches Turnen auf Rezept. Lassen Sie uns die zentralen Punkte zusammenfassen, die Sie aus diesem Artikel mitnehmen sollten.

  1. Rehasport ist eine gesetzlich verankerte Leistung — er basiert auf dem SGB IX und steht Ihnen bei medizinischer Notwendigkeit zu.

  2. Ihre Krankenkasse zahlt — ohne Zuzahlung, ohne Eigenanteil. Sie benötigen lediglich eine ärztliche Verordnung auf dem Formular Muster 56.

  3. Das Training in der Gruppe ist gewollt — die soziale Komponente gehört zum Therapiekonzept und steigert nachweislich die Wirksamkeit und Motivation.

  4. Die Vielfalt der Angebote ist groß — von Trockengymnastik über Wassergymnastik bis hin zum Gerätetraining finden Sie die passende Trainingsform für Ihre Bedürfnisse.

  5. Regelmäßigkeit entscheidet über den Erfolg — wer konsequent teilnimmt, profitiert am meisten. Planen Sie feste Termine ein und bleiben Sie dran.

Wie geht es jetzt weiter?

Sie kennen nun die Rehasport Grundlagen und wissen, was Sie erwartet. Der nächste Schritt liegt bei Ihnen: Sprechen Sie bei Ihrem nächsten Arzttermin das Thema an. Fragen Sie gezielt nach einer Verordnung. Suchen Sie sich einen Anbieter, der zu Ihnen passt. Und dann: Legen Sie einfach los.

Falls Sie tiefer einsteigen möchten, finden Sie auf Rehasport-Online.de weiterführende Informationen zu einzelnen Themen — etwa zur genauen Beantragung der Verordnung, zu den Unterschieden bei den Krankenkassen oder zu speziellen Angeboten für bestimmte Krankheitsbilder. Auch eine Suche nach Anbietern in Ihrer Nähe ist dort möglich.

Denken Sie daran: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Beim Rehasport ist dieser erste Schritt oft der leichteste — denn er führt Sie in eine Gemeinschaft, die genau versteht, wie Sie sich fühlen. Und das macht den ganzen Unterschied.

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