Rehasport: Verordnung & Kosten | TeamRehasport

Jeden Abend das gleiche Bild: Der Rücken ist steif, der Nacken verspannt, und echte Bewegung fehlt seit Wochen. Vielleicht kennen Sie das nach einer Operation, einer langen Krankheit oder einfach nach Jahren am Schreibtisch. Irgendwann reicht guter Wille allein nicht mehr aus. Genau hier setzt Rehasport an – ein ärztlich verordnetes Bewegungsprogramm, das Ihnen hilft, wieder fit und schmerzfrei durch den Alltag zu kommen.

Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Wer darf teilnehmen, wer bezahlt das Ganze, und wie finden Sie den richtigen Anbieter? Auf Rehasport-Online.de beantworten wir diese Fragen umfassend. In diesem Artikel erhalten Sie einen vollständigen Überblick – Schritt für Schritt, ohne Fachchinesisch. Sie erfahren alles Wesentliche: von der ersten Verordnung über die richtige Sportart bis hin zu Ihren Rechten gegenüber der Krankenkasse.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rehasport ist ein gesetzlich verankertes Bewegungsangebot in Gruppen unter qualifizierter Anleitung.

  • Die Kosten übernimmt in den meisten Fällen Ihre Krankenkasse oder ein anderer Kostenträger.

  • Sie benötigen eine ärztliche Verordnung – das sogenannte Formular Muster 56.

  • Typisch sind 50 Übungseinheiten über 18 Monate, in manchen Fällen auch 120 Einheiten.

  • Teilnehmen kann fast jeder: ob nach einer OP, bei chronischen Schmerzen oder mit einer Behinderung.

  • Rehasport findet in Vereinen, Fitnessstudios, Praxen oder spezialisierten Reha-Zentren statt.

Was ist Rehasport eigentlich? Eine einfache Erklärung

Stellen Sie sich Rehasport wie einen angeleiteten Sport-Kurs für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen vor. Sie trainieren in einer kleinen Gruppe, angeleitet von einer ausgebildeten Fachperson. Die Übungen sind auf Ihre Beschwerden abgestimmt. Es geht nicht um Höchstleistung, sondern um Ihre Gesundheit.

Der Rehabilitationssport – so der offizielle Name – gehört zur medizinischen Rehabilitation in Deutschland. Er ergänzt die Behandlung durch Ärzte und Therapeuten um ein wichtiges Puzzleteil: eigenständige Bewegung in geschütztem Rahmen. Dadurch stärken Sie Muskeln, verbessern Ihre Ausdauer und gewinnen Vertrauen in Ihren Körper zurück. Gesetzlich ist Rehasport im Sozialgesetzbuch IX (§ 64 SGB IX) verankert.

Die Rehasport-Grundlagen lassen sich auf einen Nenner bringen: Bewegung als Medizin – strukturiert, bezahlt und professionell begleitet. Im Unterschied zur Krankengymnastik, bei der ein Therapeut Sie individuell behandelt, steht beim Rehabilitationssport das aktive Mitmachen in der Gruppe im Mittelpunkt. Die Rehasport-Grundlagen zeigen auch: Es ist keine reine Fitness-Maßnahme, sondern ein anerkanntes Heilmittel mit klaren Regeln und Qualitätsstandards.

Für wen eignet sich Rehasport? Indikationen und Zielgruppen im Überblick

Rehasport richtet sich an Menschen mit unterschiedlichsten Beschwerden. Ob orthopädische Probleme wie Rückenschmerzen und Arthrose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder neurologische Diagnosen nach einem Schlaganfall – das Spektrum ist groß. Auch nach Krebserkrankungen oder bei psychischen Belastungen wie Depressionen kann Rehabilitationssport verordnet werden.

Beim Thema Rehasport Indikationen und Zielgruppen denken viele zuerst an Senioren. Tatsächlich nehmen auch jüngere Erwachsene, Kinder und Menschen mit Behinderungen teil. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern die gesundheitliche Situation. Weshalb Rehasport Indikationen und Zielgruppen so vielfältig sind, liegt an seiner Flexibilität: Die Übungen werden an die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Teilnehmers angepasst.

  • Orthopädie: Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall, Arthrose, Schulterprobleme, Zustand nach Knie- oder Hüft-OP

  • Innere Medizin: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas, COPD

  • Neurologie: Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson, Polyneuropathie

  • Onkologie: Nach Krebsbehandlungen, insbesondere Brustkrebs

  • Psychiatrie: Depression, Burnout, Angststörungen

  • Besondere Gruppen: Senioren, Kinder, Rollstuhlfahrer

Die Bandbreite zeigt: Rehabilitationssport ist kein Nischenangebot. Es ist ein bewährtes Instrument für nahezu jede Lebenssituation, in der Bewegung zur Heilung beiträgt. Wenn Ihr Arzt der Meinung ist, dass Ihnen regelmäßige Bewegung hilft, kommt Rehasport in Frage.

Wie bekommen Sie eine Rehasport-Verordnung?

Der Weg zum Rehabilitationssport beginnt beim Arzt. Jeder niedergelassene Arzt – ob Hausarzt, Orthopäde oder Kardiologe – kann eine Rehasport Verordnung ausstellen. Dafür nutzt er das Formular „Muster 56″. Auf diesem Formular hält der Arzt Ihre Diagnose, die empfohlene Häufigkeit und die Anzahl der Einheiten fest.

Sobald Sie die Rehasport Verordnung haben, reichen Sie diese bei Ihrer Krankenkasse ein. Die Kasse prüft und genehmigt den Antrag – in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage. Danach können Sie sich einen Anbieter aussuchen und loslegen. Wichtig: Lassen Sie sich nicht abwimmeln. Rehabilitationssport ist eine Pflichtleistung der Kassen, kein freiwilliges Extra.

Falls Ihre Krankenkasse den Antrag ablehnt, haben Sie das Recht auf Widerspruch. Dies kommt selten vor, aber es ist gut zu wissen. Der gesamte Prozess lässt sich so zusammenfassen:

  1. Arzttermin vereinbaren und über Ihre Beschwerden sprechen.

  2. Ärztliche Verordnung auf Muster 56 erhalten.

  3. Verordnung bei der Krankenkasse zur Genehmigung einreichen.

  4. Genehmigung abwarten (meist wenige Tage).

  5. Passenden Anbieter in Ihrer Nähe suchen.

  6. Beim Anbieter anmelden und mit dem Training starten.

Wer bezahlt den Rehasport?

Eine der häufigsten Fragen lautet: Kostet mich das etwas? In den allermeisten Fällen lautet die Antwort: Nein. Die Rehasport Kostenträger übernehmen die Gebühren vollständig. Das bedeutet, dass Sie als Teilnehmer nichts zuzahlen müssen – kein Eigenanteil, keine versteckten Kosten.

Die wichtigsten Rehasport Kostenträger sind die gesetzlichen Krankenkassen. Ob AOK, Techniker Krankenkasse, Barmer, DAK oder IKK – alle sind zur Kostenübernahme verpflichtet. Neben den Krankenkassen kommen auch die Deutsche Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherung als Kostenträger in Frage. Welche Stelle zuständig ist, hängt von der Ursache Ihrer Erkrankung ab.

Wer privat versichert ist, sollte vorab bei seiner Versicherung nachfragen. Manche private Krankenversicherungen erstatten die Kosten, andere nicht. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, als Selbstzahler teilzunehmen. Die Kosten pro Einheit liegen dabei meist zwischen 8 und 15 Euro – also deutlich günstiger als ein reguläres Fitnessstudio-Abo.

Wo finden Sie Rehasport? Anbieter und Einrichtungen

Rehasport Anbieter und Einrichtungen gibt es in ganz Deutschland – oft mehr als Sie vermuten. Vereine, Fitnessstudios, Physiotherapie-Praxen und spezialisierte Reha-Zentren bieten Kurse an. Die Auswahl hängt von Ihrem Wohnort und Ihren persönlichen Vorlieben ab.

Wie finden Sie den passenden Anbieter? Auf Rehasport-Online.de können Sie gezielt nach Rehasport Anbieter und Einrichtungen in Ihrer Nähe suchen. Achten Sie bei der Auswahl auf folgende Punkte:

  • Zulassung: Hat der Anbieter eine gültige Zulassung durch den zuständigen Zertifizierungsstelle?

  • Kurszeiten: Passen die Trainingszeiten zu Ihrem Alltag?

  • Erreichbarkeit: Liegt der Anbieter verkehrsgünstig für Sie?

  • Ausstattung: Sind die Räumlichkeiten barrierefrei und angemessen ausgestattet?

  • Qualifikation: Werden die Kurse von lizenzierten Übungsleitern geleitet?

Tipp: Sie dürfen Ihren Anbieter frei wählen. Die Krankenkasse darf Ihnen keinen bestimmten Anbieter vorschreiben. Falls Sie mit Ihrem aktuellen Kurs unzufrieden sind, können Sie den Anbieter jederzeit wechseln.

Welche Sportarten und Übungen gehören zum Rehasport?

Beim Thema Rehasport Sportarten und Übungen stellen sich viele einen trockenen Gymnastikkurs vor. Tatsächlich ist das Angebot deutlich abwechslungsreicher. Die gängigsten Formen sind Trockengymnastik an Land und Wassergymnastik im Bewegungsbad. Doch auch Kraft- und Ausdauertraining an Geräten, Koordinationsübungen und Entspannungstechniken gehören dazu.

Welche der Rehasport Sportarten und Übungen für Sie in Frage kommen, hängt von Ihrer Diagnose ab. Bei Rückenbeschwerden stehen oft Kräftigungsübungen für die Rumpfmuskulatur im Mittelpunkt. Nach einer Herzerkrankung liegt der Fokus auf dosiertem Ausdauertraining. Im Wasser profitieren besonders Menschen mit Gelenkproblemen, weil der Auftrieb die Gelenke entlastet.

Eine typische Übungseinheit kombiniert mehrere Elemente: Aufwärmen, Hauptteil mit gezielten Übungen und ein abschließendes Cool-down mit Dehnungs- oder Atemübungen. Die Übungen sind so gestaltet, dass sie in der Gruppe funktionieren und trotzdem individuell angepasst werden können. Stellen Sie sich das wie einen Kochkurs vor: Alle kochen dasselbe Gericht, aber jeder würzt nach eigenem Geschmack.

Wie läuft eine Rehasport-Einheit ab?

Der Rehasport Ablauf und Durchführung folgt einer klaren Struktur. In der Regel trainieren Sie ein- bis zweimal pro Woche für jeweils 45 bis 60 Minuten. Die Gruppen umfassen maximal 15 Teilnehmer bei Trockengymnastik. Im Wasser sind es oft nur 10 bis 12 Personen, damit genug Platz für sichere Bewegungen bleibt.

Bei Ihrer ersten Einheit stellt sich der Übungsleiter vor, erklärt den Ablauf und fragt nach Ihren Beschwerden. Danach geht es direkt los. Keine Angst: Niemand erwartet sportliche Höchstleistungen. Jeder trainiert in seinem eigenen Tempo. Die Atmosphäre ist in den meisten Gruppen entspannt und motivierend.

Im Hinblick auf Rehasport Ablauf und Durchführung ist ein weiterer Punkt wichtig: Sie erhalten üblicherweise 50 Einheiten über einen Zeitraum von 18 Monaten. Bei bestimmten Diagnosen – etwa schweren chronischen Erkrankungen – sind auch 120 Einheiten über 36 Monate möglich. Danach können Sie eine Folgeverordnung beantragen, wenn Ihr Arzt weiteren Bedarf sieht.

Merkmal

Standard-Verordnung

Erweiterte Verordnung

Anzahl Einheiten

50

120

Zeitraum

18 Monate

36 Monate

Häufigkeit pro Woche

1–2 Einheiten

1–2 Einheiten

Dauer je Einheit

45–60 Minuten

45–60 Minuten

Gruppengröße (Trocken)

max. 15 Teilnehmer

max. 15 Teilnehmer

Gruppengröße (Wasser)

max. 10–12 Teilnehmer

max. 10–12 Teilnehmer

Wer leitet die Gruppen? Die Rolle der Übungsleiter

Die Qualität Ihres Rehasport-Erlebnisses steht und fällt mit der Leitung. Rehasport Übungsleiter sind speziell ausgebildete Fachkräfte. Sie besitzen mindestens eine Übungsleiter-B-Lizenz im Bereich Rehabilitationssport. Diese Lizenz erfordert eine umfangreiche Ausbildung mit Theorie und Praxis sowie regelmäßige Fortbildungen.

Was macht gute Rehasport Übungsleiter aus? Sie verstehen Ihre Erkrankung, können Übungen anpassen und erkennen, wann jemand überfordert ist. Gleichzeitig motivieren sie die Gruppe und sorgen für eine positive Trainingsatmosphäre. Das bedeutet: Sie haben es nicht mit beliebigen Fitnesstrainern zu tun, sondern mit Spezialisten für gesundheitsorientiertes Training.

Falls Sie sich für eine Karriere in diesem Bereich interessieren: Die Ausbildung wird über die Landesbehindertensportverbände organisiert. Sie dauert je nach Bundesland mehrere Wochenenden und schließt mit einer Prüfung ab. Detaillierte Informationen zur Übungsleiter-Lizenz finden Sie in unserem separaten Beitrag auf Rehasport-Online.de.

Wirkt Rehasport wirklich? Studien und Erfahrungen

Eine berechtigte Frage, die sich viele stellen. Die gute Nachricht: Rehasport Wirkung und Erfolge sind wissenschaftlich gut belegt. Zahlreiche Studien zeigen, dass regelmäßiger Rehabilitationssport Schmerzen lindern, die Beweglichkeit verbessern und die Lebensqualität deutlich steigern kann. Besonders bei chronischen Rückenschmerzen und nach orthopädischen Operationen sind die Ergebnisse überzeugend.

Doch Zahlen allein erzählen nur die halbe Geschichte. Die positiven Effekte gehen über rein körperliche Verbesserungen hinaus. Viele Teilnehmer berichten von besserem Schlaf, weniger Medikamentenbedarf und einem gestärkten Selbstvertrauen. Auch das soziale Miteinander in der Gruppe spielt eine große Rolle. Wer sich regelmäßig mit Gleichgesinnten trifft, bleibt motivierter und fühlt sich weniger allein mit seinen Beschwerden.

Beim Thema Rehasport Wirkung und Erfolge darf man allerdings nicht verschweigen: Der Rehabilitationssport wirkt nicht von allein. Regelmäßige Teilnahme ist entscheidend. Wer nur sporadisch kommt, wird deutlich weniger Fortschritte bemerken. Betrachten Sie Rehasport wie eine gute Gewohnheit – je konsequenter Sie dabei bleiben, desto nachhaltiger sind die Ergebnisse.

  • Reduktion von Schmerzen um durchschnittlich 30–50 % (bei regelmäßiger Teilnahme)

  • Verbesserung der Beweglichkeit und Koordination

  • Stärkung der Muskulatur und des Herz-Kreislauf-Systems

  • Weniger Arztbesuche und geringerer Medikamentenverbrauch

  • Steigerung von Selbstständigkeit und Alltagskompetenz

  • Positiver Einfluss auf Stimmung und psychisches Wohlbefinden

Rehasport digital: Online-Angebote und neue Möglichkeiten

Die Digitalisierung hat auch den Rehabilitationssport erreicht. Rehasport Online und Digital ist ein wachsendes Feld, das besonders seit der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen hat. Videokurse, Live-Streams und hybride Formate ermöglichen es Teilnehmern, auch von zu Hause aus zu trainieren. Das ist besonders wertvoll für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder weiten Anfahrtswegen.

Allerdings gibt es beim Thema Rehasport Online und Digital klare Einschränkungen. Nicht alle Kostenträger erkennen digitale Einheiten an. Der persönliche Kontakt zum Übungsleiter und die Gruppendynamik lassen sich nicht vollständig digital ersetzen. Hybride Modelle, die Präsenztermine mit digitalen Einheiten kombinieren, gelten als zukunftsweisender Kompromiss. Informieren Sie sich bei Ihrem Anbieter, ob digitale Optionen verfügbar und genehmigungsfähig sind.

Auf Rehasport-Online.de begleiten wir diese Entwicklung aktiv. Wir informieren Sie regelmäßig über neue digitale Angebote, technische Voraussetzungen und die aktuelle Rechtslage rund um telemedizinischen Rehabilitationssport.

Rehasport anbieten: Der Weg für Vereine und Einrichtungen

Dieser Abschnitt richtet sich an alle, die selbst Rehabilitationssport-Kurse auf die Beine stellen möchten. Das Thema Rehasport Anbieter werden betrifft Sportvereine, Fitnessstudios und Therapieeinrichtungen gleichermaßen. Die Nachfrage nach qualifizierten Anbietern steigt stetig, weshalb der Einstieg in dieses Feld attraktiv ist.

Wer Rehasport Anbieter werden möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören geeignete Räumlichkeiten, qualifizierte Übungsleiter und eine Anerkennung durch den zuständigen Rehabilitationssport-Verband. Der Anerkennungsprozess umfasst eine Prüfung der räumlichen Ausstattung, des Personalkonzepts und der organisatorischen Abläufe.

Ein zentraler Aspekt für Anbieter ist die Rehasport Abrechnung und Vergütung. Die Vergütungssätze variieren je nach Bundesland und Übungsform. Trockengymnastik wird anders vergütet als Wassergymnastik. Die Abrechnung erfolgt direkt mit den Kostenträgern – also den Krankenkassen, Rentenversicherungen oder Berufsgenossenschaften. Moderne Abrechnungssoftware erleichtert diesen Prozess erheblich und minimiert Fehler.

Zum Thema Rehasport Abrechnung und Vergütung ist außerdem wissenswert: Sie benötigen ein sogenanntes Institutionskennzeichen (IK-Nummer) für die elektronische Abrechnung. Ohne diese Nummer können Sie keine Leistungen mit den Kostenträgern abrechnen. Die Beantragung erfolgt über die Arbeitsgemeinschaft Institutionskennzeichen.

  • Schritt 1: Prüfen, ob Räume und Personal die Voraussetzungen erfüllen.

  • Schritt 2: Lizenzierten Übungsleiter einstellen oder eigenes Personal ausbilden lassen.

  • Schritt 3: Anerkennung beim zuständigen Landesbehindertensportverband beantragen.

  • Schritt 4: IK-Nummer beantragen und Abrechnungssystem einrichten.

  • Schritt 5: Kurse planen, bewerben und mit der Durchführung beginnen.

Verbände und Organisationen: Wer steht hinter dem Rehasport?

Hinter dem Rehabilitationssport steht ein gut organisiertes Netzwerk. Rehasport Verbände und Organisationen sorgen für Qualitätsstandards, bilden Übungsleiter aus und vertreten die Interessen von Anbietern und Teilnehmern. Die wichtigste Dachorganisation ist der Deutsche Behindertensportverband (DBS). Ihm untergeordnet sind die einzelnen Landesbehindertensportverbände.

Die Rehasport Verbände und Organisationen definieren gemeinsam mit den Kostenträgern die Rahmenvereinbarung für den Rehabilitationssport. Dieses Regelwerk legt fest, wie Kurse organisiert sein müssen, welche Qualifikationen Übungsleiter brauchen und wie die Vergütung geregelt ist. Für Sie als Teilnehmer bedeutet das: Egal wo in Deutschland Sie trainieren, es gelten einheitliche Qualitätsstandards.

Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) spielt eine Rolle, da die Übungsleiter-Lizenzen über die DOSB-Lizenzstruktur vergeben werden. Dieses Zusammenspiel verschiedener Organisationen mag kompliziert klingen, dient aber letztlich einem Zweck: sicherzustellen, dass Sie als Teilnehmer professionell betreut werden.

Zusammenhänge verstehen: Rehasport im Gesundheitssystem

Rehabilitationssport steht nicht isoliert. Er ist Teil eines größeren Systems der medizinischen Rehabilitation und ergänzt andere Maßnahmen wie Physiotherapie, Ergotherapie oder stationäre Reha-Aufenthalte. Der entscheidende Unterschied: Beim Rehasport sind Sie selbst aktiv. Niemand behandelt Sie passiv – Sie bewegen sich und stärken Ihren Körper eigenverantwortlich.

Denken Sie an den Rehabilitationssport wie an ein Bindeglied. Er schließt die Lücke zwischen der akuten Behandlung beim Arzt oder in der Reha-Klinik und dem selbstständigen Sport im Alltag. Medizinische Rehabilitation umfasst viele Bausteine. Rehasport ist derjenige, der die Eigeninitiative fördert und langfristig wirkt.

Ein praktisches Beispiel macht den Zusammenhang deutlich: Nach einer Knie-Operation werden Sie zunächst physiotherapeutisch behandelt. Wenn die akute Phase vorbei ist, beginnt der Rehabilitationssport. In der Gruppe trainieren Sie über Monate hinweg Kraft, Koordination und Beweglichkeit. Am Ende sind Sie idealerweise so fit, dass Sie eigenständig weitersporteln – im Verein, im Fitnessstudio oder zu Hause.

Häufige Anfängerfehler – und wie Sie sie vermeiden

Der Einstieg in den Rehabilitationssport ist unkompliziert. Trotzdem gibt es einige Stolperfallen, die Ihnen unnötig Zeit und Nerven kosten können. Hier die wichtigsten Fehler und ihre Lösungen:

  • Fehler 1: Verordnung zu spät beantragen. Fragen Sie Ihren Arzt frühzeitig nach einer Verordnung – idealerweise direkt nach der Diagnose oder Operation.

  • Fehler 2: Genehmigung nicht abwarten. Beginnen Sie erst, wenn die Krankenkasse die Verordnung genehmigt hat. Sonst riskieren Sie, selbst zahlen zu müssen.

  • Fehler 3: Erstbesten Anbieter nehmen. Vergleichen Sie mehrere Anbieter. Kurszeiten, Atmosphäre und Erreichbarkeit sollten zu Ihrem Leben passen.

  • Fehler 4: Unregelmäßig teilnehmen. Nur wer kontinuierlich trainiert, erzielt spürbare Fortschritte. Planen Sie feste Termine in Ihren Wochenplan ein.

  • Fehler 5: Beschwerden verschweigen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Übungsleiter über Schmerzen oder Einschränkungen. Nur so kann das Training angepasst werden.

Ein letzter Hinweis: Vergessen Sie nicht, rechtzeitig an eine Folgeverordnung zu denken. Wenn Ihre 50 Einheiten sich dem Ende nähern und Sie weiteren Bedarf haben, sollten Sie etwa sechs Wochen vor Ablauf Ihren Arzt aufsuchen.

Ihre persönliche Rehasport-Checkliste

Damit Sie den Überblick behalten, fassen wir die wichtigsten Schritte für Ihren Start noch einmal zusammen. Diese Checkliste können Sie als praktischen Leitfaden nutzen:

  1. Arzttermin vereinbaren und über Rehabilitationssport sprechen.

  2. Verordnung auf Formular Muster 56 erhalten.

  3. Verordnung bei der Krankenkasse einreichen.

  4. Genehmigung abwarten (bei Ablehnung: Widerspruch einlegen).

  5. Anbieter in Ihrer Nähe suchen und vergleichen.

  6. Probetraining oder erstes Gespräch mit dem Übungsleiter wahrnehmen.

  7. Regelmäßig teilnehmen und Fortschritte beobachten.

  8. Rechtzeitig an die Folgeverordnung denken.

Häufig gestellte Fragen rund um den Rehabilitationssport

Zum Thema Rehasport häufige Fragen erreichen uns täglich zahlreiche Anfragen auf Rehasport-Online.de. Hier beantworten wir die am meisten gestellten. Wenn Ihre Frage nicht dabei ist, schauen Sie in unserem ausführlichen FAQ-Bereich vorbei – dort gehen wir auf weitere Rehasport häufige Fragen detailliert ein.

Wie oft sollte ich pro Woche am Rehasport teilnehmen?

Die meisten Verordnungen empfehlen ein- bis zweimal wöchentlich. Zwei Einheiten pro Woche sind ideal für spürbare Fortschritte. Aber auch einmal wöchentlich bringt bereits deutliche Verbesserungen gegenüber keiner Bewegung.

Kann ich den Rehasport unterbrechen, etwa wegen Urlaub?

Ja, kurze Unterbrechungen sind möglich und normal. Die Verordnung hat eine Gesamtlaufzeit (meist 18 Monate). Innerhalb dieses Zeitraums können Sie pausieren. Allerdings verfallen nicht genutzte Einheiten nach Ablauf der Frist.

Darf ich gleichzeitig Rehasport und Physiotherapie machen?

Ja. Rehabilitationssport und Physiotherapie schließen sich nicht gegenseitig aus. Beide Maßnahmen verfolgen unterschiedliche Ansätze und können sich sinnvoll ergänzen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die beste Kombination.

Was soll ich zum Rehasport anziehen und mitbringen?

Bequeme Sportkleidung und saubere Hallenschuhe genügen. Für Wassergymnastik benötigen Sie Badebekleidung und ein Handtuch. Bringen Sie außerdem ein Getränk mit. Spezielle Ausrüstung ist nicht erforderlich.

Was passiert nach den 50 Einheiten?

Wenn weiterhin medizinischer Bedarf besteht, kann Ihr Arzt eine Folgeverordnung ausstellen. Bei chronischen Erkrankungen sind unbefristete Verordnungen möglich. Viele Teilnehmer setzen den Rehabilitationssport über Jahre fort und profitieren dauerhaft davon.

Die fünf wichtigsten Punkte zum Mitnehmen

Zum Abschluss fassen wir das Wesentliche zusammen. Egal ob Sie gerade erst von Rehabilitationssport erfahren haben oder bereits eine Verordnung in der Hand halten – diese fünf Punkte sollten Sie kennen:

  1. Rehasport ist Ihr Recht. Als gesetzlich Versicherter haben Sie Anspruch auf Rehabilitationssport. Die Kosten werden vollständig übernommen.

  2. Der Einstieg ist einfach. Arzt aufsuchen, Verordnung erhalten, Krankenkasse genehmigen lassen, Anbieter finden – fertig.

  3. Die Vielfalt ist groß. Von Rückenschmerzen bis Depression, von Trockengymnastik bis Wassertraining – für fast jede Situation gibt es passende Angebote.

  4. Regelmäßigkeit zählt. Nachhaltige Verbesserungen stellen sich nur bei konsequenter Teilnahme ein. Planen Sie feste Trainingszeiten ein.

  5. Information ist Stärke. Je besser Sie über Ihre Möglichkeiten informiert sind, desto mehr profitieren Sie. Auf Rehasport-Online.de finden Sie zu jedem Teilaspekt ausführliche Ratgeber.

Wie geht es jetzt weiter?

Sie haben nun einen umfassenden Überblick über alles, was den Rehabilitationssport ausmacht. Von den Grundlagen über die Verordnung bis hin zu Wirkung und Chancen für Anbieter – Sie wissen jetzt, worauf es ankommt. Der nächste Schritt liegt bei Ihnen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie direkt einen passenden Anbieter in Ihrer Nähe.

Auf Rehasport-Online.de vertiefen wir jedes der angesprochenen Themen in eigenständigen Ratgebern. Erfahren Sie mehr über einzelne Indikationen, vergleichen Sie Anbieter oder informieren Sie sich über die Ausbildung zum Übungsleiter. Unser Ziel ist es, dass Sie alle Informationen finden, die Sie für einen erfolgreichen Rehabilitationssport brauchen – verständlich, aktuell und an einem Ort.

Denn am Ende geht es um mehr als Sport auf Rezept. Es geht um Ihre Gesundheit, Ihre Selbstständigkeit und Ihre Lebensqualität. Rehabilitationssport kann der Anfang einer positiven Veränderung sein. Nutzen Sie diese Chance.

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DBS-Lehrgangsplan für 2020 online 04.10.2019 Der DBS-Lehrgangsplan für das Jahr 2020 ist offiziell publiziert. Für alle Übungsleiter und Interessierte sicherlich interessant.