Ausbildung zum Rehasport-Übungsleiter

Ausbildung Rehasport-Übungsleiter Voraussetzungen Schulungen und Lizenzen

Detaillierte Informationen für eine erfolgreiche Ausbildung zum Rehasport-Übungsleiter:
In der Rahmenvereinbarung für Rehabilitationssport ist festgelegt, dass der Rehabilitationssport (§ 44 SGB IX) durch einen Übungsleiter mit Übungsleiterlizenz B Rehabilitationssport angeleitet werden muss. Nur ein Übungsleiter mit gültiger Lizenz darf eine Rehasport-Gruppe leiten und diese Leistung mit den Kostenträgern abrechnen.

Dieser Übungsleiter muss für die jeweilige Gruppe (mit Wochentag und Uhrzeit) beim Verband gemeldet werden. Im Falle von Urlaub oder Krankheit kann nur ein lizenzierter Übungsleiter als Vertretung einspringen. Dieser muss ebenfalls beim Verband für die entsprechende Gruppe als Vertretung gemeldet sein.

Lizenz- und Ausbildungssystem
Die Ausstellung der Rehasport-Lizenzen obliegt den Landesfachverbänden des Behindertensports sowie der Akademie des Deutschen Behindertensportverbands (DBS Akademie). Dabei werden Lizenzen in sechs verschiedenen Profilen ausgesprochen.

  • Profil Orthopädie (2. Lizenzstufe)
  • Profil Innere Medizin (2. Lizenzstufe)
  • Profil Sensorik (2. Lizenzstufe)
  • Profil Neurologie (2. Lizenzstufe)
  • Profil Geistige Behinderung (2. Lizenzstufe)
  • Profil Psychiatrie (2. Lizenzstufe)

 

Das Ausbildungssystem ist dabei in Module untergliedert. Die Grundlage bildet der Block 10 (in Bayern: Block 100), der 90 Lerneinheiten (LE) umfasst. Nach erfolgreicher Teilnahme dieses Grundlagenblocks wird die Ausbildung durch die Absolvierung eines der genannten Profilblöcke mit jeweils 90 LE (Ausnahme Innere Medizin: 120 LE) abgeschlossen. Einige Lerneinheiten der Ausbildung werden dabei durch Heimstudium, Hospitationen und/oder Lernkontrollen abgedeckt.

In der Graphik sind der Aufbau der Rehabilitationssport-Ausbildung sowie beispielhafte Erkrankungen der jeweiligen Profilblöcke abgebildet.

Anerkennung von Vorqualifikationen
Bei Vorhandensein von Vorqualifikationen ist teilweise eine verkürzte Ausbildung möglich. Ebenso werden Sonderlehrgänge für bestimmte Personen- und Berufsgruppen, wie beispielsweise Physiotherapeuten oder Sportlehrer angeboten. Ob und welche Teilbereiche der Ausbildung erlassen werden können, wird vom zuständigen Landesbehindertensportverband – als Lizenz ausstellende Institution – geprüft. Hierfür müssen die vorhandenen Vorqualifikationen beim entsprechenden Landesbehindertensportverband zur Prüfung eingereicht werden.

Bitte senden Sie uns Ihre zu prüfenden Vorqualifikationen als Scan sowie die gewünschten Profilbereiche an info@rehasport-im-verein.de.

Beantragung einer Rehasport-Übungsleiter Lizenz:
Folgende Unterlagen müssen für den Antrag auf Lizenzstellung beim zuständigen Landesfachverband eingereicht werden:

  • Erste-Hilfe‐Bescheinigung (Umfang: 9 LE, nicht älter als 2 Jahre),
  • Teilnahmebescheinigungen der besuchten Lehrgänge,
  • bei einer verkürzten Ausbildung: die entsprechende Vorqualifikationen,
  • Hospitationsnachweise, sofern diese noch nicht im Lehrgang bescheinigt wurden,
  • Bestätigung eines Mitgliedsvereines des Landes- oder Fachverbandes über die Übungsleitertätigkeit,
  • Passbild, dies kann meist auch digital eingereicht werden.

 

Wird eine (Rehasport-Übungsleiter) Lizenz nicht direkt im Anschluss an die Ausbildung beantragt, sondern erst im Laufe der darauffolgenden vier Jahre, wird die Lizenz trotzdem nur auf die ursprüngliche Gültigkeit ausgestellt; z. B. Absolvierung der Ausbildung in 2013, Beantragung der Lizenz 2015, Ausstellung der Lizenz erfolgt mit Gültigkeit bis 31.12.2017.

Zu beachten ist außerdem, dass die Ausbildung zum Übungsleiter B Rehabilitationssport innerhalb von 2 Jahren abgeschlossen sein muss. Zudem gilt ein Mindestalter von 18 Jahren für die Ausbildung.

Gültigkeit der Lizenz:
In der Regel haben die Rehasportlizenzen eine Gültigkeit von 4 Jahren. Die Ausnahme bildet die Rehasportlizenz „Innere Medizin“, welche lediglich 2 Jahre gültig ist. Zur Verlängerung der Lizenz ist der Nachweis von einer oder mehreren Fortbildungen mit dem Gesamtumfang von 15 LE notwendig. Für den Bereich „Innere Medizin“ muss zudem eine Auffrischung des Erste-Hilfe-Scheins vorgelegt werden.

Die Verlängerungsdauer der Lizenz beträgt dann 4 Jahre. Wiederum eine Ausnahme bildet die Lizenz „Innere Medizin“: dieser verlängert sich nur um 2 Jahre.

Für den Fall, dass eine Lizenz nicht vor Ablauf der Gültigkeit verlängert wird, gelten folgende Vorgehensweisen:

  • Fortbildung im ersten Jahr nach Ablauf der Gültigkeit:

Die Gültigkeitsdauer wird nach Nachweis von Fortbildungsveranstaltungen mit mindestens 15 LE um die vorgeschriebene Gültigkeitsdauer abzüglich eines Jahres verlängert. Beispiel: Lizenz bis 2015, 15 LE bis 31.12.16, Verlängerung bis 2019

  • Fortbildung im zweiten und dritten Jahr nach Ablauf der Gültigkeit:

Die Gültigkeitsdauer wird nach Nachweis von Fortbildungsveranstaltungen mit mindestens 30 LE um die vorgeschriebene Gültigkeitsdauer abzüglich von zwei bzw. drei Jahren verlängert. Beispiel: Lizenz bis 2015, 30 LE zwischen 01.01.17 und 31.12.18, Verlängerung bis 2019

  • Überschreitung der Gültigkeit um mehr als drei Jahre:

Bei einer Überschreitung der Gültigkeitsdauer um mehr als drei Jahre verliert die Lizenz ihre Gültigkeit und die gesamte Ausbildung muss wiederholt werden.

Aus- und Fortbildungen für Rehasport-Übungsleiter:
Die Aus- und Fortbildungen werden von den Lizenzträgern, den Behindertensportverbänden sowie der DBS Akademie angeboten. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) veröffentlicht einmal im Jahr einen Lehrgangsplan, der alle Fort- und Ausbildungen der Landesfachverbände sowie der DBS Akademie auflistet.

Zum kompletten Lehrgangsplan 2017/2018 für Rehasport-Übungsleiter

Fast immer sind dabei die Lehrgangskosten in verschiedene Kategorien aufgeteilt. Dabei wird unterschieden, ob der Teilnehmer:

  • Mitglied in einem Verein aus dem eigenen Fachverband ist;
    z. B. der Übungsleiter ist in einem Verein tätig, der dem Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (WBRS) angehört und meldet sich für eine Ausbildung des WBRS an: der Teilnehmer erhält „Mitgliedspreise“.
  • Mitglied in einem Verein ist, der einem anderen Landesfachverband angehört;
    z. B. der Übungsleiter ist in einem Verein tätig, der dem Württembergischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (WBRS) angehört, meldet sich aber für eine Ausbildung des Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes (BBS) an: der Teilnehmer erhält dann „Kooperationspreise“ bzw. „DBS-Preise“.
  • Kein Mitglied in einem Verein eines Behindertenfachverbands ist; in diesem Fall muss der Teilnehmer den „Sonstigen Preis“ für den Lehrgang zahlen.

 

Weitere Informationen und FAQ zu den Aufgaben eines Rehasport-Übungsleiters finden unserer Partner im Service-Bereich.